Reise blog von Travellerspoint

Chicago

Stadt im Nebel


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Nach 17 Stunden traf der Zug pünktlich um 08:45 in Chicago ein. Das Wetter war noch einwandfrei, allerdings war es empfindlich kälter als in Washington DC. Wieder spazierte ich mit meinem Gepäck zum Hotels, nicht ohne unterwegs einen anständigen Cafe Latte und eine Einheit Internet zu konsumieren. Nach einem Nickerchen machte ich mich auf die Pirsch, was es denn so in Chicago zu sehen gibt. Mittlerweile war es allerdings bewölkt.

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Am darauffolgenden Morgen hingen nicht nur die Wolken bedenklich tief, es regnete auch. Ich entschied mich für einen Besuch des ‘Science & Industry Museum’, welcehes sich einige Meilen südlich vom ‘Loop’, der Innenstadt von Chicago befand. Es interessierte mich, weil hier Wert auf die Interaktion mit dem Besucher gelegt wurde. Das hatte allerdings auch zur Folge, dass viele Schulkinder unterwegs waren, und zeitenweise wähnte ich mich eher auf einem Spielplatz als in einem Museum. Zwischen simulierten Naturkatastrophen, Riesenherzen, die im eigenen Herzrhytmus schlagen, aufgeschnittenen U-Booten und ausladenden Modelleisenbahnen amüsierte ich dennoch ganz gut und blieb bis zum Museumsschluss.

Für meine letzte Mahlzeit in Chicago hatte ich mir eigentlich einen Platz auf dem 103ten Stock des John Hancock Tower einen Platz reserviert. Aber an diesem Morgen wurden die Wolken nicht nur gekratzt, die höheren Gebäude hüllten sich allesamt in Nebel.

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Ich sagte die Reservation ab und spazierte stattdessen zum Buckingham-Brunnen, einem Wahrzeichen der Stadt. Aber irgendwie schien der Wurm drin, und dieser war gerade trockengelegt:

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Ich begab mich zum nahen ‘Millenium Park’, der sich ziemlich futuristisch präsentierte. Hier gefielen ein witziger Brunnen mit überlebensgrossen Porträits und eine ebenso überdimensionierte silbrige Kaffeebohne, die lustige Spiegeleffekte erlaubte.

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Schliesslich wurde es aber Zeit, sich mit Sack und Pack durch den Loop zur Union Station aufzumachen. In letzter Sekunde wurde ich noch mit einem kräftigem Regenguss bedacht. Ja, irgendwie hatte ich genug Stadt gesehen, ich wollte mehr Landschaft, nix wie weg, in Richtung Westen. Aber davon später...

Eingestellt von greoj 14:57 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (0)

Washington DC

Auf Besuch bei Familie Peter


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Bei der Anreise von New York marschierte ich ja mal erst mal mit Sack und Pack am Capitol vorbei. Es gab zwar überall Sicherheitsleute und Sperren für Autos, aber für Fussgänger gab es hier offenbar keine weiteren Restriktionen.

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Nach dem Abstecher in die Appalachen kam ich nun lin der Nähe von Washington bei Freunden unter. Die Familie Peter lebt seit letztem Herbst für voraussichtlich 3 Jahre im nahen Bethesda.

So durfte ich in einem Gästezimmer hausen, hatte eine eigene Dusche, bekam vorzüglichen Kaffee und prima Essen und hatte vor allem nette Gesellschaft. Und Ina führte mich am ersten Tag gleich mal an einen Ort, wo ich selber nicht hingekommen wäre. Im Nordwesten von Washington besuchten wir einen wilden Abschnitt des Potomac, der bis heute nicht zu zähmen war.

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Abenteuerlich positionierte Baumstämme weit über der Wasserlinie zeugten davon, dass es im vergangenen Winter ein grösseres Hochwasser gegeben hatte.

Tags darauf besichtigte ich auf eigene Faust das Zentrum von Washington. Dieses ist ganz anders als Manhattan, es gleicht eher einer Gartenstadt, mit vielen weissen Bauwerken, ohne Skyline, viel Neoklassizismus, grosszügigen Anlagen, unzähligen Memorials; Musseen mit Gratiseintritt und einer piekfeinen Metro; kein Vergleich zur lärmigen, lebendigen und manchmal fast düsteren Subway in Manhattan.

Nebst weissem Haus und Capitol ist wohl in unseren Breitengraden der Obelisk am bekanntesten. Der heisst hier allerdings ‘Washington Memorial‘, ist netterweise nicht den Ägyptern geklaut worden, dafür riesig, allerdings nicht aus einem Stück. Im zweiten Anlauf schaffte ich es dann auch, ein Gratis-Eintrittsticket zu ergattern, denn man kann tatsächlich mit einem Lift hoch und dann aus kleinen Fenstern runterkucken. Wenn eines Tradition hat, dann ist es, dass ich allerorts hoch hinauf will...

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Rund um die ‘National Mall’ gibt es unzählige Bauten, Memorials und Museen. Irgendwo stand geschrieben, dass man in Washington locker eine Woche bleiben kann, ohne irgendwo Eintritt bezahlen zu müssen. Ich besuchte - natürlich gratis - das Air & Space Museum, wo unter anderem auch die Mondlandung eindrücklich dokumentiert war. Draussen “im Garten” besuchte ich die Memorials vom Vietnam-, und Koreakrieg und die der Präsidenten Lincoln, Roosevelt und Jeffersonl.

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Amüsant war auch der Besuch der Library of Congress. Die Eingangshalle war zwar aufwändig gestaltet, aber nicht gerade nach meinem Geschmack, so dass ich zu müde war, meine Kamera zu zücken. Den schönen Lesesaal konnte ich demhingegen nur hinter einer Glasscheibe ankucken und fotografieren war gänzlich untersagt. Also wollte ich schliesslich einfach nur das Internet nutzen. Gemäss Informationen des Personals musste ich mich hierzu aber als Leser registrieren lassen. In einem 4-Stationen-Parcours wurde ich - wiederum gratis - als Leser aufgenommen und bekam einen Plastikausweis mit Föteli. Und dann standen mir plötzlich die Türen offen, und ich konnte mich mitten im prächtigen Lesesaal mit meinem kleinen Netbook installieren und meine Mails lesen. Der Spass dauerte allerdings nur gerade mal eine Viertelstunde; all die Prozeduren hatten mehr Zeit gekostet als eigentlich geplant, es war Freitag, die Bibliothek schloss um 17:00 und im Lesesaal wurden sie schon zwanzig Minuten vor Türschliessung nervös. Sie wollten die Besucher um jeden Preis rechtzeitig aus der Hütte haben. Ein Staatsbetrieb eben, aber schön geschmückt...

Am letzten Abend machten wir uns auf in die Ausgehmeile von Washington, nach Georgetown nämlich. Auf dem Weg dahin besuchten wir das Pentagon. Auch hier kommt man ohne grosse Formalitäten nahe ran, diesmal sogar mit Auto. Zu Gedenken des Anschlags von 9/11 auf das Pentagon gab es hier ein weiteres Memorial. Auch dieses auf seine Art sehr schlicht: für jedes Opfer wurde ein kleiner Brunnen gebaut, und diese sind nach Jahrgängen aufgereiht. Esj riecht hier nicht nach Pathos, vielmehr kommt stille Anerkennung für den Verlust der Angehörigen zum Ausdruck. Eine schöne Geste eines so mächtigen Staats, die mir gefallen hat.

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In Georgetown reihten sich Restaurants mit Speisen aus aller Welt aneinander; wir entschieden uns für vietnamesisches Essen, was wir alle sehr genossen. Und dann verlebte ich einen gemütlichen Morgen mit Brunch. Es war Muttertag, und die Kinder hatten sich ins Zeug gelegt. Ich übernahm den Abwasch, und begleitet von schöner Musik bekam die Hausarbeit etwas sehr heimeliges. Für kurze Zeit ein Zuhause zu haben ist auf einer solchen Reise etwas Wunderschönes, und ich möchte der Familie Peter auch an dieser Stelle ganz herzlich für die Gastfreundschaft danken! Dann noch ein Abschiedsföteli, und bald schon sass ich wieder im Zug, weiter westwärts, auf zu neuen Abenteuern. Aber davon später....

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Eingestellt von greoj 14:50 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (0)

Appalachen

Unterwegs auf Skyline Drive und Blue Ridge Parkway


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In New York hätte ich noch vieles unternehmen können. Aber irgendwie war ich ja bisher einfach hier abgeesetzt worden, in einer Stadt, die ich schon von früher kannte. Jetzt wollte ich einfach mal weiter. Also kaufte ich mir im Internet ein Bahnticket und buchte ein Hotel und los ging’s nach Washington DC.

Der Empfang in Washington war sehr freundlich. Die Union Station ist sehr vornehm, wenn auch nicht ganz so edel wie das Grand Central Terminal. Auch das Wetter war vom feinsten. Und der Weg zum Hotel führte direkt am Kapitol vorbei, wo ich zu meinem Erstaunen trotz all der Sicherheitsleute einfach vorbeispazieren konnte. Am Abend konnte ich meinen Besuch bei Ina und Familie organisieren und dann mietete ich - wieder mal übers Internet - ein Auto.
Am nächsten Tag noch kurz etwas joggen in der Washington Mall, dann Auto abholen und los Richtung Westen.
Nach etwa einer Stunde Freeway war ich in Front Royal angekommen, von wo ich den Skyline Drive in Angriff nahm, der sich entlang der Blue Ridge durch den Shenandoah National Park schlängelt. Schon bald boten sich mir wunderschöne Ausblicke.

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Da offenbar im Park keine Betten mehr zu haben waren, verliess ich den Skyline Drive, um in einem kleinen Städtchen namens Luray ein Nachtquartier zu suchen. Hier war ich nun also definitiv im ländlichen Amerika angelangt. Schon die Hauptstrasse von Luray machte gewaltig Eindruck:

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Die Sensation des Abends war augenscheinlich der Auftritt einer Country Band im Vorgarten einer Kirche. Ich dinierte in einem eher verschlafenen Restaurant. Ich beschloss, nur ein Süppchen und ein Salätchen zu mir zu nehmen, dazu dann doch noch ein Bierchen. Das Gemüsesüppchen enthielt interessanterweise auch Fleisch und schien mir mit dem Zusatz von Mais schon ziemlich nahrhaft. Und beim Salat entdeckte ich etwas Grünes erst, nachdem ich haufenweise aufgeschnittenen Truthahn und Schinken in mich hineingeschaufelt hatte. Ich muss auch sagen, dass die Leute, die ich den Apalachen angetroffen habe, doch auffällig oft schlicht fett waren: jung und alt schienen wie selbstverständlich fast männiglich schier aus den Nähten zu platzen. Und dabei machten sie nicht mal einen besonders glücklichen Eindruck. Ich wurde bestärkt in meinem Entschluss, mein Gewicht durch viel Bewegung und etwas weniger Essen zu reduzieren. Ob ich damit Erfolg hatte bis anhing, ist mir allerdings derzeit nicht bekannt, ich müsste mal wieder eine Waage “küssen”.
In den nächsten Tagen schlängelte ich weiter über die Blue Ridge Richtung Süden. Am Südende des Shenandoah National Parks geht die Strasse in den Blue Ridge Parkway über. Das bedeutete eigentlich nur, dass keine weiteren Eintrittsgebühren zu bezahlen warenn und dass das Tempo auf 45 statt auf 35 Meilen beschränkt war. Ansonsten war es weiterhin gemütlich, es gab viele Ausschichtspunkte, die Strasse war in einem hervorragenden Zustand. Und hier gab es Tierli von oder auf der Strasse zu bewundern. Im Park hatte ich zweimal eine Schlange umkurven müssen, dann hatte sich ein junger Bär direkt an der Strasse auf einem Baum verirrt.

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Ein schöne Schildkröte hätte ich Euch auch noch präsentieren wollen, aber als ein weiteres Auto nahte, half ich dem hübschen Tierchen erst mal ins rettende Gras, was es allerdings zum kompletten Rückzug in seinen schützenden Panzer bewegte. Sie war echt der Hammer, sage ich Euch...
Zwischendurch unternahm ich auch einige kleinere Spaziergänge im Park, was ausgesprochen angenehm war. Kaum weg von der Strasse war man einsam unterwegs. So bestieg ich unterwegs einen kleinen Gipfel und besuchte einen kleinen, aber doch hübschen Wasserfall.

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Den Höhepunkt bildete sicher der Besuch der ’Peaks of Otter Lodge’. Nach eher durchzogenem Wetter setzte sich hier wieder der blaue Himmel in Szene. Ich übernachtete in einem einfachen, aber gemütlichen Zimmer, ohne Fernsehen, Internet und Mobile-Empfang und speiste mehrheitlich umgeben von Rentner-Ehepaaren. War ich nicht sonderbar begeistert davon, hier wieder mal den Benjamin markieren zu dürfen, entschied ich mich dann, wenigstens wacker loszuwandern und gleich zwei Gipfel in Angriff zu nehmen. Nach Flat Top kam dann der Sharp Top dran, den man von der Lodge aus sehen konnte. Es ging zwar nur auf knapp 4000 Fuss. Da ich aber beide Erhebungen jeweils mit doch einigen Schweissperlen dekoriert erreichte, beschloss ich, dass es nicht um Hügel, sondern um richtige Berge handelte. Die Aussicht war auf beiden Gipfeln wunderschön, seht selbst:

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Und auf Sharp Top hörte ich dann noch meinen ‘Titelsong’, ‘Eagle’ von ABBA, und als sich dann ein Falkenpärchen rechtzeitig durch die Lüfte schwang, bin ich fast ausgeflippt. Ja, einfach der Wahnsinn, dass ich diese Reise machen kann...
Auf der Rückreise machte ich dann wieder in Luray halt und verpasste es auch diesmal, die Luray Caverns zu besuchen, welche - wie mir nachher versichert wurde - durchaus sehenswert sind. Allerdings war das Wetter nicht nach Höhlengroove, das Hölloch ist sowieso viel grösser, und ich wollte weiter, zurück nach Washington, um nach Jahren wieder einmal Ina und Ihre Familie zu sehen, die sich netterweise für 3 Jahre in die USA verpflanzt haben, nur, damit ich sie auf meiner Weltreise besuchen kann.
Aber davon später...

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Eingestellt von greoj 09:08 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (5)

New York

Wieder mal in Manhattan

Der Empang in New York ist wie gesagt gewohnungsbedürftig: 2 Tage Nebel und auch viel Regen. Immerhin, ich gehe Joggen im Central Park und realisiere: alles grünt, der reinste Regenwald. Als wilde Tiere halt eben nur Eichhörnchen und Vögelchen.

Ich besuche das Carnegie Deli. Beim ersten Besuch kriegte ich den Carnegie Haul nicht runter, zu gross. Und überhaupt zum Essen ziemlich sperrig. Diesmal ist die Portion etwas kleiner und sieht auch technisch machbar aus. Nur, der Pastrami ist mit Käse überbacken, und der ist dermassen gummig, dass ich sicher zwei Minuten um den allerersten Bissen kämpfe. Nun, das machen die da auch extra, die fiesen Typen geben einem zu den unhandlichen Portionen auch noch extra mieses Besteck.

Wenigstens bin ich nicht der einzige, der zu kämpfen hat. Da werden resigniert Teller beiseite geschoben und verstohlen Doggy Bags gefüllt. Ich schaffe mit letzter Kraft mein Teil, was mir eine annerkennende Bemerkung des Kellners einhandelt. "Und jetzt, noch etwas Cheese Cake vielleicht?" Nein danke. Neben mir bestellt einer noch zwei Beilagen zu einem so schon zu grossen Pastrami-Sandwich und kriegt zur Belohnung auch noch eine Extra-Portion Gurken. Er muss platzen - ich verlasse fluchtartig das Lokal. Drum keine Bilder.

Der Verdauungspaziergang fällt kurz aus, Dauerregen. Der taugt wenigsten für etwas Lichteffekte beim Times Square. Total verrückt, die New Yorker...

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Nachdem ich wieder einmal dienstags ins MoMa will (da war es schon vor eineinhalb Jahren geschlossen), gehe ich aufs Empire State Building, nach ganz oben, wo der King Kong die halbe US Luftwaffe zerschmettert hat. Heute herrliches Wetter, seht selbst:

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Dann war ich in der Grand Central Station, nur um Euch ein paar Bildli zu zeigen:

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Auch die National Library ist sehenswert - ausserdem kann man da 45 Minuten lang pro Tag gratis ins Internet.

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Da gibt es auch einen tollen Park und zur Deko ein paar ausgefallene Wolkenkratzer.

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Am nächsten Tag MoMa (Museum of Modern Arts). Echt sehenswert, aber die Bildi nochmals abzuknipsen war mir zu blöd. Meinen Bildungshunger stoppte dann erst physischer Hunger, und dann - musste ich Champions League kucken gehen, nachmittags. Ich hatte nämlich mit ein paar Locals ausgemacht, dass ich mich mit Ihnen zum Spiel im Pub gleich bei meinem Hotel treffe. Barca hat verloren, so eine Schweinerei. Statt Party ging ich dann bloggen, so dass Ihr dann von der Überfahrt zu lesen bekommen habt.

Zum Abschluss bin ich noch nach Staten Island gefahren, vor allem, weil die Fähre gratis ist, aber auch, weil wir die Insel mit dem Schiff umkurvt haben. Ich beschliessen, da noch Ausschau nach einem New York Cheese Cake zu halten, finde ein Book Café, keinen Cake, aber eine sehr nette Wirtin / Buchhändlerin, die mir einen Trip auf der Insel vorschlägt und auch sonst so manchen Floh ins Ohr setzt.

Resultat: Bilder von der Veranzano-Brücke, die wir bei der Ankunft bei Nacht und Nebel passiert haben. Damals sah sie natürlich noch viel wirkungsvoller aus, mit den Umrissen aus tausend Lämplis. Man hätte eben dabei sein müssen...

Wohnen an der West Side

Nachdem ich mich erst in Jersey City installiert hatte (grad ueber den Hudson bei Manhattan), zog ich dann an die West Side um in die Amsterdam Inn. Da hat es mir eigentlich ganz gut gefallen. Ein paar Impressionen von da:

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Der Central Park ist ja jetzt mein Zuhause, da gehe ich immerhin zwei mal joggen:

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Was liegt naeher, als am Abend das Musical "West Side Story" anzuschauen. Es war sehr bewegen. Und ich war auch sehr bewegt. Nacher komme ich auch wieder mal auf den Times Square, und da herrscht um 22:30 ein riesiger Trubel. Hier wird es nie dunkel - wenn Nacht ist, geht da erst so richtig die Post ab....

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Und dann reise ich einfach weiter, ein bisschen nur, weil ich mein Zimmer nicht verlaengern konnte, aber auch, weil ich wieder mal weiter will. Ganz selbst organisert. Per Internet Bahnticket nach Washington bestellen, Hotel reservieren, packen und los geht es. Davon spaeter...

Eingestellt von greoj 21:17 Archiviert in Vereinigte Staaten von Amerika Kommentare (0)

Auf dem Containerschiff - über den Atlantik

Von Algeciras nach New York (Hafen von Newark)

all seasons in one day

Nach dem Ausflug nach Gibraltar gibt es noch einen Extratag. Die Pona wird zur Reparatur in ein unbenutztes Dock geschleppt. Vor ein paar Wochen war offenbar die Ankerwinde defekt und der Anker konnte nicht mehr vollständig eingeholt werden. Dieser bohrte sich dann in die Seitenwand. Wohl bei den Versuchen, das Malheur zu korrigieren, ging dann der Anker samt 300 Meter Ankerkette auf Grund und verloren. Pech auch. Der damalige Kapitän musste offenbar einige ziemlich unangenehme Fragen beantworten.

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Algeciras ist als Hafen sehr bedeutend, touristisch allerdings klar im Schatten von Gibraltar und nicht wirklich ein Bijoux.

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Am Samstag, den 17. April so um halb zwölf Uhr mittags geht es dann aber endlich auf die grosse Überfahrt. Auf der Strasse von Gibraltar können wir gleichzeitig Süspanien und Afrika bewundern.

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Bald aber fahren wir ins offene Meer hinaus, und dann: Himmel und Wasser und ein Haufen Stahl fuer 7 Tage. Erst gibt es einmal eine Barbecue - es gibt viel Fleisch, Chnoblibrot, indonesischen Reis und haufenweise Bier und für alte Seebären auch Whisky. Der 1. Ingenieur trinkt wacker vom scharfen Wasser. Nationalität: Russe....

Am nächsten Morgen zwar kein Kater, aber dennoch ein unerwartetes Erwachen. Obwohl ich mich verspäte, bin ich beim Frühstück zu früh. Auch der 2. Ingenieur übrigens, der ist erst seit kurzem an Bord. Nun, man hätte es ja eigentlich wissen können - wir sind schon längst in der Zeitzone von Greenwich. Die Durchsage ist in der Party etwas untergegangen. Nettwerweise gibt es aber doch Z'Morge, handelt sich nur noch um eine Viertelstunde. In den nächsten Tagen klappt es dann mit Verschiebung einwandfrei, insgesamt sechsmal werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt.

Die Überfahrt verläuft insgesamt sehr ruhig, nur einmal rollt das Schiff ziemlich unangenehm, aber grössere Unwetter werden durch den nördlich gewählten Kurs weitgehend umschifft. Der Kapitän erhält laufend einen elektronischen Wetterbericht mit Grafik über die folgenden 9 Tage und hat so vor der Passage eine Route gewählt, die ein Tief beim amerikanischen Kontinent umschifft. Das ist sicherer und spart Zeit. Die mehr als 24 Stunden, die wir in Algeciras länger im Hafen gelegen haben, können übrigens gut aufgeholt werden. Auch so fahren wir nicht mit voller Kraft, aber immer noch schneller als die anderen Schiffe, die wir sehen. Im Mittelmeer wurden wir vor Algeciras von allem, was schwimmt, überholt, zum Teil wurde das Schiff in der Nacht sogar angehalten, da wir zu früh unterwegs waren.

Die Tage verlaufen ansonsten ruhig, geprägt von den Essenzeiten, Schlafen und Dösen. Danben lese ich viel, lerne etwas Spanisch, sehe abends Videos, die mir der Kapitän netterweise ausgeliehen hat und gehe jeden zweiten Tag in den Gymnastikraum.

Auflockerung bringen beispielsweise Besuche auf der Brücke, wo ich mich auch etwas über die Navigation aufklären lasse, so dass ich anhand von Geräten und Karte meistens schnell weiss, wo wir sind und welche Schiffe sich gerade in der Nähe befinden. Fast jeden Tag mache ich mich auf zum Bug. Hier ist es meistens sehr ruhig, man hört keine Maschinengeräusche, sondern vor allem das leise Zischen, wenn sich das Boot durchs Wasser schneidet und natürlich Brecher, wenn etwas unruhigere See ist. Der Wind ist auf der Brücke auch stärker als hier.

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Auch den Maschinenraum kann ich einmal besichtigen. Sieben Zylinder, die sich ueber 4 Stockwerke erstrecken, drehen die Welle an, die sich bei meinem Besuch 92 x pro Minute dreht. Es gibt dabei keine Uebersetzung, die Schraube, die 7 Meter Durchmesser hat, dreht sich im Gleichtakt mit den Pleueln der Zylinder. Aber im uebrigen: es ist gemaess den Ingenieuren nicht ein allzu grosses Schiff (Tatsache, wir haben einiges groessere Containerschiffe gesehen in den Haefen).

Insgesamt ist die Ueberfahrt sehr ruhig, man hat Zeit, ohne dass es mir je langweilig wird. Anderen Schiffen begegnen wir selten und landschaftlich ist ein Meer nun mal eher flach. Spannend ist aber immer wieder das Wetter, das einem Tag oft mehrmals deutlich wechselt. Es ist, als suchte die Witterung nicht uns heim, sondern wir besuchen das Wetter. Im Prinzip durchlaufen wir ein bisschen Euer Wetter der naechsten Wochen. Ich haette Euch ja gerne auf dem Laufenden gehalten, aber leider kein Empfang....

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Schliesslich finde ich aber trotzdem, dass ich auch mal wieder gerne runter will von diesem Kahn und wieder etwas mehr Bewegungsfreiheit habe. So erwarte ich mit Spannung die grosse Lanung in New York (Newark, New Jersey, wenn man's genau nimmt, aber ins Hafenbecken von New York fahren wir dennoch ein).

Die Ankunft:

Am Tag der Ankunft stehe ich um 03:50 auf und ziehe mich an. Auf der Bruecke ist es dunkel, ich kann in der Dunkelheit 3 Personen ausmachen. Nach ein paar Minuten begruesst mich der Kapitaen. Damit ist klar: ich bin willkommen. Bald steigt der Lotse zu. Er installiert einen eigenen Computer, um unsere Position in der Fahrrinne zu kontrollieren. Dann setzt er sich und dirigiert er das Schiff mithilfe des Steuermann und Erklaerungen des Kapitaens durch die lange Hafeneinfahrt.

Draussen erkennt man im Dunkel Lichter von Long Island, ab und an Positionslichter kleinerer Schiff und die Lichter der Fahrrinne, links rot, rechts gruen. Ich versuche, mich in der Dunkelheit zu orientieren, indem ich die Monitore und den Kartentisch konsultiere. Dennoch entdecke ich die Verrazano-Bruecke erst spaet, die Staten Island mit Brooklyn verbindet. Diese Bruecke hatte ich von meinem ersten New York-Besuch noch in Erinnerung, sie schliesst das Hafenbecken von der Stadt gesehen gegen das Meer ab. Elegant sehen ihre Umrisse aus, die von Strassenlampen ins Schwarz gezeichnet werden. Wir kommen nun Richtung Manhattan. Das Wetter ist regnerisch. Der Kapitaen reicht mir einen Feldstecher und zeigt mir, wo die Freiheitsstatue zu sehen ist. Ein feines gruenes Schimmern, aber es ist sie, die alle Schiffe begruesst, die nach New York kommen. Dahinter entdecke ich schemenhaft die Silhouette vom suedlichen Manhatten und rechts davon die Brooklyn-Bridge. Das haette ich mir etwas plastischer ausgemalt, aber es ist, wie es ist. So bekommt die Ankunft fast etwas unwirklich Magisches.

Dann biegen wir Richtung Hafen von Newark ab, der im Westen von New York liegt, dazu im Staat New Jersey, von hier ist es nur ein Katzensprung zum Big Apple. Na fast, jedenfalls.

Es wird hell. Ich gehe meine Sachen fertig packen, fruehstuecken, und dann sind auch schon die Beamten vom Immigration Office da, welche erst die ganze Mannschaft und dann uns Passagiere beaeugen. Ein Paar Fragen, dann gibts die gewuenschten Stempel. Mein Gepaeck wird bis zum Abschluss der Einreise kaum eines Blickes gewuerdigt.

Abschied von der Crew, soweit nicht anderweitig beschaeftigt, auch von meinem Mitpassagier Robert, der noch bis Newport weiterfaehrt. Auf dem Pier noch ein Blick zurueck zum Schiff, dann ab mit dem Shuttle zum Hafenausgang. Ein Taxi bringt mich nach Jersey City, wo ich ein Hotel kenne. Katzensprung fuer 80 Dollar, naja.

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Am Nachmittag mache ich mich mit der Subway nach Manhatten auf, wo ich an der Westside in einem Pub Rick Poston zu einer Art Geburtstagsparty treffe. Rick ist quasi mein New York Mentor und hat mir schon fuer den ersten Aufenthalt wertvolle Tips gegeben. Es gibt einige Biers, einen Happen und haufenweise Nachbarn von Rick, denen er mich nach und nach vorstellt und immer betont, dass ich heute morgen per Frachtschiff eingetroffen sind.

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PS: von der Hafeneinfahrt selber gibt es keine Fotos. Abgesehen vom schlechten Wetter war es ja dunkel. Die Bilder von diesen unvergesslichen Momenten behalte ich also ganz fuer mich. So ist das eben, wenn einer eine Reise tut....

Eingestellt von greoj 16:20 Archiviert in Liberia Kommentare (1)

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