Reise blog von Travellerspoint

Bolivien - Schneegipfel, Dschungelwälder und Wüstenseen


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Copacabana

Der Grenzübertritt nach Bolivien geht ohne Probleme über die Bühne. Gelegentlich wird ungerechtfertigt von den Ausreisenden Geld verlangt. Aber mehr als einen Boliviano Terminalgebühr muss ich nicht aufwenden, Diesen habe ich kurz zuvor im Wechsel mit meinen letzten peruanischen Sol ersteigert. Von einem Terminal ist allerdings in Copacabana weit und breit nichts zu sehen. Aber ganz in der Nähe finden wir ein billiges Hotel. 20 Bolivianos pro Person. Weniger habe ich bis anhin noch nicht bezahlt für eine Übernachtung.

Ich bin zusammen mit Anthony aus den USA und Kean aus Irland unterwegs. Wir nehmen für sehr wenig Geld ein akzeptables Mittagessen zu uns und machen dann einen kleinen Rundgang, besuchen auch die Basilika von Copacabana. Ein edles Bauwerk inmitten eines ansonsten nicht sehr vornehmen Ortes.

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Copacabana gilt als der wichtigste Pilgerort in Bolivien, und der Pilgerweg endet auf einem kleinen Hügel am Rand der Stadt. Da müssen wir natürlich auch rauf. Oben gibt es einen Haufen Kreuze, käufliche Opfergaben und einen wunderbaren Ausblick auf den Titicaca-See.

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Am nächsten Tag reise ich alleine weiter Richtung La Paz, die anderen besuchen noch die Isla del Sol, aber ich habe ja eine Verabredung. Ein kleiner Arm des Titicaca-See wird vom Bus auf einem Floss überquert, während wir Passagiere gegen eine kleine Gebürh mit einem kleinen Schiff übers Wasser transportiert werden.

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Letzte Blicke auf den Titicacasee, an dessen Ufern ich jetzt doch einige Tage verbracht habe. Schön war es, Tage voller Licht, sattem Blau und tagsüber angenehmen Temperaturen. Als ich den Blick auf die andere Seite der Strasse richte, empfängt mich ein wunderbare Aussicht auf die schneebedeckte Hauptkette der Anden. Jetzt rufen die Berge!

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Nach ungefähr 3 Stunden komme ich nach El Alto. Hier befindet sich auch der internationale Flughafen von La Paz. Und dann tut sich vor mir ein riesiger Riss im Altiplano auf, und da unten liegt die Stadt. Es ist, als hätte sich ein Teil der Häuser von El Alto ins unterliegende Tal ergossen, und das ist jetzt La Paz. Ein Taxi bringt mich vom Terminal nur gerade mal in die Nähe des Hostels, mit einer ungefähren Angabe, wo es denn sein könnte. Ich finde das Hostel mit dem typisch bolivianischen Namen 'The Adventure Brew' nach kurzem Suchen.

Hier treffe ich Franziska, eine ehemalige Arbeitskollegin. Sie nimmt gerade ebenfalls eine Auszeit, ist aber in Buenos Aires gestartet und ist seit einigen Wochen von Süden nach Norden unterwegs. So treffen wir uns also in der Mitte, um hier zusammen einige Wanderungen zu unternehmen. Bald machen wir uns auf in die Stadt, um uns in Reisebüros nach Touren zu erkundigen. Wir entscheiden uns schliesslich für den bekannten Choro-Trek, der in 3 Tagen quasi von der schneebedeckten Gipfeln der Anden in den Urwald führt.

Die 'Death Road'

Davor unternehmen wir noch eine Tagestour mit dem Rad, zu der ich Franziska wie erwartet nicht gross überreden musste. Mit dem Mountainbike wollen wir die Yungas Strasse hinunter, die als die gefährlichste Strasse der Welt galt, bis sie im Jahr 2006 durch eine durchgehend asphaltierte neue Route ersetzt wurde. Die Strasse führt quasi vom Schnee der Anden in den Dschungel (Yungas). Die Tour beginnt in unmittelbarer Nähe eines malerischen Bergsees. Wir haben uns den teuersten Anbieter geleistet, der aber auch einwandfreie Räder zur Verfügung stellt. Dürfte sich angesichts unseres Vorhabens lohnen: 65 Kilometer Downhill mit einigen unwesentlichen Gegensteigungen, auf einer Strasse, die vom Anbieter gerne als 'Death Road' angepriesen wird.

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Die ersten Kilometer der Tour führen eine aspahltierte Passstrasse hinunter, perfekt zum Einfahren. Ich lasse es ungehemmt krachen, auch mal kurz am Führer vorbei, der mir dann hinterher rast und mich "einsammelt". Er nimmt es gelassen. Wir kommen langsam aus der hochandinen Region in tiefere Gefilde mit mehr Vegetation. Dann zweigen wir auf eine Naturstrasse ab. Hier gelangen wir auf die Originalroute. Hier gilt Linsverkehr. Beruhigend, finde ich erst mal, denn rechts geht es schon hier steil den Berg hinunter. Der Linksverkehr ist allerdings eingerichtet worden, damit die Fahrer an der Aussenseite der Strasse sitzen und so entweder den nahen Berg oder den klaffenden Abgrund unter sich besser im Auge zu haben. Ein paar hundert Meter weiter ist die Talseite plötzlich links. Leitplanken gibt es natürlich keine und die Distanz zur luftigen Tiefe ist bedenklich klein geworden. Jetzt bin ich wesentlich vorsichtiger am Werk. Mit Downhill auf Naturstrassen bin ich weit weniger vertraut als mit geteerten Strassen.

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Und wir werden gewarnt: vergesst die schöne Landschaft rund um Euch, das Einzige, was wichtig ist, ist die Strasse. Und wir mussten versprechen, uns nicht "wie Idioten" zu benehmen. Ich gewöhne mich nach und nach an die Strassenverhältnisse, ohne dem Rasen zu verfallen. Sonst könnte ich nämlich diesen Blogbeitrag möglicherweise nicht mehr schreiben. Wir arbeiten uns etappeweise die Strasse hinunter, es gibt immer wieder Stopps, bei denen die kommenden Hindernisse und Klippen (jaa...) erklärt werden. Es gibt in der gesamten Gruppe von etwa fünfzehn Teilnehmern nur gerade einen harmlosen Sturz, ansonsten kommen wir unversehrt am Ziel im Tal an.

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In einem kleinen Resort für vernachlässigte exotische Tiere gibt es ein (spätes) Mittagessen, die Möglichkeit für ein kühlendes Bad und anschliessend eine heisse Dusche. Dann geht es mit den letzen Sonnenstrahlen wieder auf die 'Death Road', diesmal das Ganze in umgekehrter Richtung und im Bus. Zum Teil realisieren wir erst jetzt, was für haarsträubenden Passagen wir radelnd durchquert haben und zuweilen stockt einem echt der Atem.

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Choro Treck

Schon am nächsten Morgen geht es wieder los. Der Choro-Treck startet ganz in der Nähe der 'Death Road', führt aber in ein anderes Tal. Ein Jeep bringt uns bis fast eine Höhe von 4850 Metern, die letzten Meter nehmen wir aber zu Fuss in Angriff, weil das Gefährt auf der unbefestigten Strasse stecken bleibt.

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Oben packen wir noch etwas um, bevor wir dann bereit für den Abmarsch sind. Neben Franziska und sind noch zwei Schweizer, Alexandra und Tobias, dabei. Dazu kommen Silke aus Deutschland und ein fränzösiches Pärchen. Dazu kommen zwei Führer und zwei Träger, die das Gepäck der schon etwas älteren französischen Pärchens tragen. Der Weg führt am ersten Tag durch Landschaften mit steppenartigen Wiesen, wie wir sie aus den Alpen auch kennen.

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Das Nachtlager schlagen wir dann knapp unterhalb der Baumgrenze auf. Netterweise wurden die Zelte für uns den Berg runtergetragen und jetzt auch für uns aufgestellt. Aber als wir erfahren, dass wir zu dritt in einem Zweierzelt schlafen sollten, hält sich dann die Begeisterung in Grenzen. Aber es findet sich schnell eine Lösung. Die zwei Mädels kommen in einem kleinen Häuschen mit Farnbetten unter, während ich das Zelt alleine für mich habe.

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Auch das Abendessen wird für uns gekocht. Die Verspätung ist allerdings beträchtlich, und während wir leicht fröstelnd auf die Verpflegung warten, kommen wir schon mal auf den Gedanken, dass es vielleicht schneller ginge, wenn wir den Leuen an die Hand gehen würden. Aber auch so kommen wir schliesslich satt ins Bett.

Am zweiten Tag geht es abwechslungsweise hoch und runter, was die Sache etwas anstrengender macht, auch wenn wir jetzt schon deutlich unter 3000 Metern über Meer unterwegs sind. Aber die Wanderung ist abwechslungsreich, und die am Wegrand findet sich die eine oder andere schöne Überraschung.

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Am Abend darf dann ich auf einem Farnbett schlafen, und die Mädels teilen sich das Zelt. Sie bestätigen am nächsten Morgen, dass es auch schon für zwei Personen durchaus eng ist. Ich wurde dafür leicht geräuchert vom Kochfeuer im benachbarten Raum, aber das kenne ich ja schon von den Pfadfindern.

Am dritten Tag gibt es bald nach Abmarsch noch eine längere Steigung zu bewältigen, dann geht es nur noch abwärts und gegen Mittag erreichen wir den Talgrund.

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Von da sollten uns Taxis nach Coroico bringen, aber man ist sich uneinig über die vereinbarte Anzahl von Fahrgästen, was einiges an Verhandlungszeit in Anspruch nimmt. Während wir leicht belustigt das Treiben beobachten, vertiefen sich unsere französischen Freunde in die Fotografie der wunderschönen Schmetterlinge, die uns rund um uns herumflattern. Nur vor der Linse wollen sie einfach nicht stillhalten.

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Wir teilen uns schliesslich auf zwei Autos auf, während sich die Träger jeweils in den Gepäckraum reinzwängen. Leider ich erwische ich nicht das Auto, welches etwa fünfmal wegen überhitztem Motor anhalten muss, und so langweilen wir uns in Coroico beim Warten fast etwas, bis unsere Kollegen auch eintreffen. Zusammen mit Alexandra und Tobias machen wir uns auf Hotelsuche und finden schliesslich etwas oberhalb des Dorfkern eine Bleibe mit Swimmingpool. Dieser ist zwar nicht besonders gross und auch nicht gerade überheizt, aber das Gefühl zählt. Und die Aussicht ins Tal, wo wir noch vor wenigen Stunden geschwitzt haben, ist ebenfalls wunderschön.

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Nach einem ordentlichen Frühstück machen wir uns am nächsten Tag wieder auf eine kleine Wanderung auf, allerdings komplett ohne Gepäck. Coroico und seine Umgebung erinnern uns ans Tessin, so dass man sich fast ein wenig zu Hause fühlt, und die leichte Wanderung bei warmem Wetter ist für alle ein angenehmer Ausklang des Trekkings.

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In La Paz gönnen wir uns einen Ruhetag, bevor wir den nächsten Trek in Angriff nehmen.

Condoriri Trek

Mit einem kleinen Büschen werden wir nach Tuni am Rand des Anden-Hauptkamms gefahren, wo wir den GErossteil unseres Gepäcks abgeben dürfen. Es wird uns per Maultier nachgeschickt. Die weiteren Gäste sind Roy aus Israel und Irina aus Kanada. Netterweise dabei ist auch der Führer Patricio, den wir schon auf dem Choro Trek schätzen gelernt haben.

Auf diesem Trek wird generell nur langsam gegangen. Bis zu unserem ersten Mittagshalt sind gut 300 Höhemeter zu bewältigen, allerdings auf einer sehr flachen Strecke. Schon bald lacht uns der Hauptdarsteller des ersten Tages, der stolze Dreiergipfel Condoriri, entgegen.

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Die Mittagspause machen wir an einem kleinen See mit wunderbarer Bergkulisse. Hier werden wir auch übernachten. Am Nachmittag ist ein Ausflug zum Pico Austria geplant. Eine unbedeutende, wenig spektakulär anzusehende Erhebung am Rande der mit Schnee bedeckten Gipfel der Andenhauptkette.

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Es sind auch nur 600 Höhenmeter bis zum Gipfel. Scheinbar eine kleine Sache. Aber wir befinden uns bereits auf 4700 Metern über Meer, höher als jeder Berg in der Schweiz. Und auf dieser Höhe zählen die Meter mehr. Ausserdem bin ich durch einen Schnupfen leicht angeschlagen. Ich schaue einfach, wie es geht.

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In kleinen Schritten geht es vorwärts. langsam, sehr langsam. Der Atem geht schnell, und noch schneller schlägt mir das Herz. 'Ich kann das schaffen', sagt mein Kopf. Es ist eine reine Sache der Geduld. Und ich würde es später bereuen, wenn ich aufgeben würde.' So schleppe ich mich den Berg hoch, mit gesenktem Blick, starre auf den Schotter vor mir, der sich scheinbar endlos über die Flanke des Bergs hoch zieht. Ab und zu weist der Berg einen meiner Schritte zurück, lässt mich leicht genervt zurückkippen. , um es nochmals zu versuchen. Es ist eine reine Kopfsache, sage ich mir immer wieder. Aber wie eine Weltreise fühlt sich das nicht an. Aber es ist immerhin der Weg auf den mit Abstand höchsten Gipfel, den ich in meinem bisherigen Leben erklommen habe. Und ich bestehe die Geduldsprobe, nach etwas mehr als 3 Stunden stehen wir auf dem Gipfel. Der Pico Austria hat stolze 5321 Meter.

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Auf dem Rückweg schweift der Blick dann auch immer wieder zurück, aber nicht zu unserem Gipfel, sondern zum immer noch imposanten Condoriri, der langsam in weiches Abendlicht getaucht wird.

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Der nächste Tag führt über 3 mittlere Steigungen, vorbei an stolzen Gipfeln, weiten Hochtälern und malerischen Bergseen. Nicht selten grasen Lamas oder Alpacas an unserem Weg.

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Schliesslich erreichen wir das Nachtlager mit Blick auf den berühmten Huayna Potosi, einem 6000 Meter hohen Firngipfel. Seine Bekanntheit verdankt dieser Berg nebst seinem spektakulären Aussehen und der guten Erreichbarkeit von La Paz der Tatsache, dass er auch ohne grosse bergsteigerischen Kenntnisse bestiegen werden kann und als der leichteste 6000er gilt.

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Am letzten Tag geht es nochmals über einen kleinen Pass, dann unter den silbrig-glänzenden Firnfelder des Huayna Potosi gemächlich dem Ziel entgegen.

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Und ich muss sagen, wie ich den Gipfel so vor dem stahlblauen Himmel strahlen sehe, höre ich den Berg rufen. Ich hätte die Möglichkeit, eine weitere Tour zu buchen, die mich in 3 Tagen auf den Sechstausender bringen könnte. Ich wanke noch gut einen Tag hin und her, aber schliesslich entscheide ich mich dagegen. Denn auch die Ferne ruft; nicht umsonst mache ich eine Weltreise! Und ich freue mich insbesondere auf die nächste Tour im Süden Boliviens.

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Roy (Israel), Franziska (Schweiz), Irina (Kanada), Jörg (Schweiz)

Beim Rückweg kommen wir an einem merkwürdig bunten See vorbei. Schön anzusehen, aber die Farben rühren vom Abbau von Wolfram her, welcher hier bis vor ein paar Jahren noch betrieben worden ist. Umweltverschmutzung braucht nicht unbedingt hässlich auszusehen. Es gibt ja auch Leute, die sich über die Erderwärmung freuen - endlich mal wärmer in der Schweiz....

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La Paz

Als erstes fasziniert an La Paz sicher die Lage, eingeklemmt zwischen steilen Flanken, die vom Altiplano abfallen. Schön ist die Stadt nicht gerade, jedenfalls gibt es keinen geschlossenen Altstadtkern mit Bauwerken aus der Kolonialzeit. Die Hauptader ist der Prado, eine verkehrsreiche Strasse, deren offizieller Namen immer wieder ändert und die sich zwischen Hochhäusern, Märkten, Tankstellen und viel Volk das Tal hinunter schlängelt. Geht man hier abends entlang , trifft man vom Nachtschwärmer, der sich gerade das nächste Lokal sucht, bis zur alten Frau aus einem kleinen Dörfchen irgendwo in den Anden, die in der Stadt Handwerksarbeiten verkauft hat und nun den Heimweg sucht, einfach alles an.

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Der Verkehr ist eine Sache für sich. Grundsätzlich gibt es - wie in vielen anderen Städten Südamerikas auch - keine Ampeln für Fussgänger. Man muss nach den Ampeln der Autos Ausschau halten, und dann raten, wann es denn am besten ist, die Strasse zu überqueren. Manchmal helfen da als Zebra verkleidete Typen, die Fussgänger und Autofahrer zu lenken versuchen. Ab und an gibt es sogar so etwas wie Fussgängerstreifen. In der Strassenmitte enden diese aber oft einfach in einer Blumenrabatte, und man muss selber schauen, wie man diese umrundet.

Würden sich in diesem Chaos die Autofahrer wie die in Zürich oder gar in Kairo gebärden, würde La Paz zum Verkehrsgemetzel. Aber die Autos fahren im Vergleich geradezu zögerlich, wohl immer auf der Hut, dass ihnen ein Fussgänger in die Quere kommen könnte. Unliebige Fussgänger werden zwar angehupt, das bedeutet aber nicht wie in anderen Städten, dass man sich schleunigst von der Strasse stürzen soll, um nicht unter die Räder zu kommen. Ausserdem schalten sie abwärts oft den Motor aus, um Benzin zu sparen, und fahren so nur langsam an.

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Zu unserem Hostel habe ich so Art eine Hassliebe entwickelt. Einerseits bietet es das Wesentliche, was man braucht, so etwa Frühstück, eine Bar mit WiFi und Gratis-Bier (nur eines pro Person und Abend, versteht sich), Wäscheservice und einem In House Reisebüro. Die Aussicht von der Dachterrasse über die Stadt mit dem schneebedeckten über 6000 Meter hohen Illimani ist atemberaubend. Aber - nomen est omen - das Ganze ist mir ein bisschen zu Backpacker-Adventure lastig. Man ist zwar mitten in La Paz, und dennoch in einer künstlichen eigenen Welt. Dass wir uns - wenigstens grad gemeinsam - hier eine Magen-Darm-Grippe durchgestanden haben, und das mir das Frühstück mit den immer gleichen, immer etwas faden Pancakes nach ein paar Tagen fast aufgestossen ist, mag das sein dazu beigetragen haben. Aber zum Schluss war ich froh, hier wegzukommen, auf zu neuen Zielen.

Die Salar de Uyuni Tour

Mit dem Touir-Nachtbus visiere ich mein nächstes Ziel an: Uyuni, noch im Altiplano, am Rande des 'Salar de Uyuni', einem grossen Salzsee gelegen. Frühmorgens da angekommen und in einem Hotel einquartiert buche ich eine dreitägige Tour mit dem Jeep zum Salzsee und zu ein paar weiteren Wüstenseen und schliesslich an die Grenze von Chile. Sonst gibt es hier im Ort nicht gerade viel zu sehen, aber ich habe ja auch noch ein bisschen Schlaf nachzuholen nach der Nacht im Bus.

Wichtig bei diesen Touren ist, dass man einen vernünftigen Fahrer hat, der mit Vorteil auch ein guter Mechaniker, ein guter Reiseführer und auch ein guter Koch ist. Und dass der Jeep - gemeinhin werden nur Toyota 4x4 eingesetzt - in einem guten Zustand ist, besonders die Reifen. Denn diese werden auf der Tour arg beansprucht. Ich denke, wir haben einigermassen Glück, auch wenn der Fahrer dann nicht der angepriesene, vielgelobte Top-Shot ist, den sie gemäss Touroperator alle so lieben. Unser Fahrer heisst Edson, steuert sein Gefährt betont kontrolliert, fährt keine Panne ein, erzählt von sich aus zwar nur das Notwendige, aber gibt bereitwillig Auskunft, wenn er gefragt wird (nur Spanisch natürlich), mit wohl etwa durchschnittlich Kochkünsten, bis auf die Pancakes des letzten Morgens, die wirklich hervorragend munden.

Wichtig ist natürlich auch, dass man angenehme Mitreisende hat, und da kann ich mich wirklich nicht beklagen. Mit dabei ist ein junges bolivianisches Pärchen (die ersten einheimischen Touristen, die ich in Südamerika antreffe), und drei Brasilianer, und wir haben es schnell lustig miteinander. Netterweise darf ich als der Alleinreisende (und auch als der Längste) auf den Beifahrersitz, was die Fahrerei mit Sicherheit angenehmer macht.

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Mario(Brasilien), André (Brasilien), Roxana (Bolivien), Andreas (Bolivien), Jörg (Schweiz), Marcio (Brasilien)

Ein Garant auf der positiven Seite ist die Szenerie. Die Landschaften, die wir durchfahren und die Seen, die wir besuchen, sind einfach der Hammer. Aber der Reihe nach:

Erst befahren wir den Salzsee (früher 'Lago Tauca' genannt), der als der höchst gelegene Salzsee der Welt gilt. An den Rändern ist die Salzschicht nur wenige Zentimeter dick, erreicht aber in der Kernzone bis zu 22 Meter. Der See ist nicht nur touristisch von Bedeutung, es finden sich hier auch Lithiumablagerungen. 75% der weltweiten Reserven an Lithium sollen sich hier finden. Derzeit wird geprüft, wie diese abgebaut werden können. Gut, mache ich die Salztour noch, bevor der See umgegraben wird.... Der Salzsee ist auch Quelle für Speisesalz. Beim ersten Halt sehen wir, wie die Einheimischen aus dem Dörflein Colchani - und nur die!- das Salz aufbereiten, um es an Salzfabriken zu verkaufen, die es dann reinigen und mit Jod versetzt in den Handel bringen. Einen Markt für Strassensalz wie bei uns gibt es Bolivien nicht.

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Dann fahren wir einfach über diese riesige, dunkelweiss glänzende Fläche, hinter der Hügelketten blau schimmern. So etwa muss es sein, an einem sonnigen Wintertag über einen zugefrorenen See zu fahren. Nur, dass hier die Sonne fast senkrecht steht. Leider eigentlich, aber zur Zeit des Abendlichts werden wir den See bereits wieder verlassen haben. Auf der 'Isla Pescada' machen wir Halt, um ein bisschen auf der mit Kaktussen überzogenen Insel rumzuturnen und nachher zu essen.

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Am Morgen ist mir mein Gepäck doch arg schwer vorgekommen. Nach einem Check meines Handgepäcks scheint mir, dass da echt was dran ist.

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Aber derzeit kein Problem, wird ja alles mit dem Jeep gefahren. Vielleicht der Grund, warum wir am Nachmittag im Sand stecken bleiben und nach Anschieben einige hundert Meter per Pedes durch die Wüste stapfen. Übernachten tun wir in einem kleinen Wüstennest mit einfachen Unterkünften, wobei ich ein Einzelzimmer beziehen darf. Super, so habe ich genug Decken, denn in der Nacht wird es schon empfindlich kalt und habe doch keinen Schlafsack dabei.

Am nächsten Morgen fahren wir erst mal lange Kilometer durch die Wüste. Als wir an eine Bahnlinie kommen, werden wir aus dem Auto komplimentiert, während sich der Jeep mit viel Schräge über die Geleise hievt. Aber dann kann es nicht mehr weit sein zum ersten Höhepunkt des Tages

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Als wir schliesslich zur 'Laguna Hedionda' See kommen, sind wir hin und weg. Der See liegt nicht nur wunderbar, er ist dazu auch noch bewohnt. Nicht ein vereinzeltes Exemplar wie auf den Galapagos, hier tummeln sich hunderte Flamingos. Es ist Brackwasser, also ein typisches Habitat für diese schönen Vögel, allerdings ist es nicht Meersalz, sondern Borax, das die Uferpartien weiss einfärbt.

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Bei der 'Laguna Honda' gibt es weitere Flamingos und es wird getafelt, dann geht es weiter zum Standard-Halt beim 'Arbol de Piedra' (Steinbaum), der auch standardmässig abgelichtet wird. Die skurrillen Formen werden durch Lavagestein gebildet, welches einer Theorie nach durch den Sand konserviert worden sind und jetzt "ungeschliffen" an die Oberfläche treten.

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Beim letzten Salzsee, der 'Laguna Colorada', sehen wir zwar etwas weniger Flamingos, aber dafür ist - der Name lässt es erahnen - die Färbung fantastisch. Und am Seeufer zieht eine Herde Vicunas vorbei.

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Beim Nachtlager gibt es dann glatt eine warme Dusche - pfaditech-mässig mit einem Durchlauferhitzer aufgeheizt. Natürlich müssen alle ran. Die Nacht wird dann allerdings umso kälter. Und aufgestanden wird um 04:15. Da sind wir nicht nur alle schweinemüde, sondern auch ziemlich am frösteln.

Das legt sich dann kaum, schon steigen wir wieder aus dem Jeep aus. Unser erstes Ziel sind eine Art Geysire. Es handelt sich eigentlich um dampfende Erdlöcher, hervorgerufen durch vulkanische Tätigkeit, und eben am besten vor dem Morgengrauen zu beobachten, da zu dieser Zeit die grössten Temperaturdifferenzen herrschen. Kennen wir ja auch ein bisschen von am Morgen "rauchenden" Weihern und Seen im Winter.

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Ich bin ehrlich gesagt froh, als uns der Fahrer wieder einsammelt, denn die Temperatur liegt irgendwo um die minus 10 Grad. Da kommen die Warmwasserquellen gerade richtig, sogar mit Badehäuschen zum Umziehen, und so können wir das frühe Bad mit wunderschönem Ausblick voll geniessen.

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Der letzte Höhepunkt ist dann die 'Laguna Verde', einem See, der sich bei etwas Wind grün verfärbt, hervorgerufen durch eine Mischung von Blei, Schwefel und Calciumcarbonat. Der Vulkan 'Licancabur' als Kulisse tut natürlich das Seinige zum wunderbaren Ausblick.

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Und dann - noch ist es nicht einmal 9 Uhr morgens, steuert uns Edson Richtung Grenze, wo ich mich von allen herzlich verabschiede, um dann richtiggehend in der Wüste stehen gelassen zu werden. Sie haben eine gut 8-stündige Fahrt nach Uyuni vor sich, um die ich sie ehrlich gesagt nicht beneide. Mich aber erwartet ein neues Land, das letzte in Südamerika. Adieu schönes Bolivien, es waren unvergessliche Tage.

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Und jetzt: hola Chile!!!

Eingestellt von greoj 20:26 Archiviert in Bolivien Kommentare (1)

Peru - ins Hochland der Anden


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Auf dem Flughafen von Guayaquil (Ecuador) angekommen, beschliesse ich auch schnell, am nächsten Tag mit dem Bus direkt nach Lima weiterzureisen. Der Taxifahrer, der mich ins Hotel bringt, gibt mir auch schon die Busunternehmung an, mit der ich nach Süden reisen kann.

Das Busticket erstehe ich für 70 Dollar, direkt vor der Abfahrt. Der Bus stellt sich als komfortabel heraus. Es gibt nur drei Sitze pro Reihe, die breit ausgelegt sind und sich auch in eine Schlafposition bewegen lassen. Noch bequemer als die Amtrak-Züge in den USA. Zudem werden Essen serviert. Kann man nix sagen, allerdings dauert die Fahrt insgesamt auch 30 Stunden.

Die Fahrt führt praktisch immer direkt an der Küste. Nach wenigen Stunden erreichen wir die Grenze. Zwischen ecuadorianischem und peruanischem Grenzposten befindet sich ein Streifen von 15 Kilometer Niemandsland. Eine Grenze, die ich liebend gern assistiert von einem Busunternehmen überquere. In Peru fahren wir schliesslich durch einen Strassenmarkt ein, durch den sich der Bus langsam schlängelt.

In Peru gelangen wir bald in eine Wüste, die sich noch bis Lima und weiter hinzieht.

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In Lima kommen wir am nächsten Abend ein - durch eine Reifenpanne haben wir etwa zwei Stunden Verspätung, wodurch es bereits wieder eingenachtet hat. Sofort besorge ich mir ein Ticket für die Weiterfahrt nach Cuzco, bevor ich mich in ein Hotel im für Touristen als sicher geltenden Stadtteil Miraflores fahren lasse.

Auch dieser Bus ist sehr komfortabel eingerichtet, es gibt auch Decken, zudem werden ein Abendessen und ein einfaches Frühstück serviert. Die Fahrt führt weiter der Küste entlang bis nach Nazca, wo wir endlich ins Landesinnere und damit in die Anden vorstossen. In der Nacht wird Kurve um Kurve durchfahren - dass es auf und ab geht merke ich an meinem aufblasbaren Kopfkissen, welches zuweilen durch die Höhe ziemlich prall wird. Von der Landschaft bekomme ich erst am nächsten Morgen wirklich etwas mit.

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Mit etwa 2 Stunden Verspätung erreichen wir dann das legendäre Cusco. Die Stadt liegt auf etwa 3400 Metern über Meer. Deshalb ist es ratsam, sich vor er Höhenkrankheit zu wappnen. Im Hotel wird mir dann auch gleich mal ein 'Mate de Coca' angeboten, welcher der Höhenkrankheit vorbeugen soll. Ebenso ruhe ich mich am Nachmittag erstmal von der Busfahrt aus - man soll sich auf keinen Fall überanstrengen - und mache dann einen gemütlichen Streifzug durch den kolonialen Stadtkern. Sieht schon mal ganz nett aus...

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Am nächsten Morgen geht es schon früh los nach Poroy. Die Züge nach Aguas Calientes, dem Tor zu Machu Picchu fahren nicht vom Stadtzentrum aus, sondern von einem benachbarten Dorf, welches per Taxi in etwa zwanzig Minuten erreicht wird. Der Bahnhof und die Züge machen einen etwas ältlichen, aber sehr gepflegten Eindruck. Auch das Frühstück wird mit viel Stil, wenn auch etwa umständlich serviert. Nachher gefällt die Fahrt durch eine immer enger werdende Schlucht.

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Aguas Calientes kommt nicht besonders vorteilhaft rüber, was nur zum Teil am Regen liegt. Viele Hotels scheinen irgendwie nur halb fertig, daneben gibt es ein Touri-Restaurant am anderen. Hier sind die Touristen zum Abschuss freigegeben, habe ich mal im Internet gelesen. Nun, so schlimm ist es dann doch nicht, die Lage tief in einer Schlucht fasziniert mich, und ausserdem gibt es hier namensgerecht heisse Quellen, so dass man für wenig Geld ein heisses Bad im freien nehmen kann.

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Am nächsten Morgen ist wiederum früh aufstehen angesagt - die ersten nach Machu Picchu fahren um 05:30, wobei diese sehr beliebt sind, denn viele wollen den Huayna Picchu besteigen, was allerdings nur 400 Personen erlaubt wird. Nachdem sich der Bus die unzähligen Serpentinen hochgekämpft hat, gilt es wieder Schlange stehen. Netterweise kann man sich dabei aber für den Huayna Picchu einschreiben. Ich entschliesse mich für den Aufstieg zwischen sieben und acht, was sich als weiser Entscheid herausstellen wird.

In der verbleibenden Zeit verschaffe ich mir erst mal einen Überblick über die Inka-Stätte. Da liegt sie dann vor mir, diese so berühmte Stätte. Was mich sofort in den Bann zieht, ist der Kampf gegen die Senkrechte, überall sind kleine Terrassen angelegt, um Nahrungsmittel anzubauen.

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Der Aufstieg zum Huayna Picchu ist dann wie vielerseits angekündigt ordentlich steil, allerdings ohne meine leichte Höhenangst zu strapazieren, da war 'Angels Landing' im Zion National Park doch einiges ausgesetzter. Nach etwa einer Stunden komme ich oben an, nachdem ich mich noch kurz vor dem Gipfel durch einen engen Gang zwängen musste. Dass Platzangst beim Aufstieg ein Thema sein könnte, wurde dann nirgendwo erwähnt.

Auf dem Gipfel werde ich dann mit einer tollen Aussicht auf Machu Picchu und die umliegenden Berge belohnt, wenn auch das Ganze doch mit einigen Wolken geschmückt ist.

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Ein Wegweiser bringt ich dazu, noch einen Abstecher zur Gran Caverna zu machen, ein Abstieg von über einer Stunde, welcher von der Masse normalerweise ausgelassen wird, so dass ich Euch von da ein Bildli posten kann, das Ihr nicht in jedem Blog findet.

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Definitiv ziemlich exklusiv ist dann mein Rückweg, denn statt des direkten Rückwegs nehme ich den Weg zurück zum Gipfel. Bald beginnt es zu regnen, so dass ich dann oben - doch schon etwas müde geworden - feststellen kann, dass die Besucher der 10-Uhr-Schicht nicht mehr gerade viel von Machu Picchu sehen. Der Abstieg ist dann ein wenig kniffliger als der Aufstieg, da es bekannterweise runter immer etwas heikler ist, zudem gibt es Gegenverkehr und ich muss mich mit einem Regenschirm in der Hand runterbalancieren, was die ganze Sache ziemlich kurzweilig macht.

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Die etwas gründlichere Besichtigung von Machu Picchu absolviere ich dann in Regel und Nebel. Ich verzichte auf eine Führung, wohl wissend, dass vieles zu dieser Stätte auch heute unklar ist. Insbesondere faszinierend ist der fast nahtlose Übergang von Natur und den von den Inka errichteten Bauwerken.

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In Nebel und Regen bekommt alles einen etwas schleierhaften Charakter, umso besser sind die Besucher mit ihren bunten Regenponchos auszumachen.

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Schliesslich entschliesse ich mich, nach Aguas Calientes zu fahren, und mich da nochmals in den heissen Quellen aufzuwärmen. Am späteren Nachmittag bringt mich dann der Zug wieder nach Cusco.

Am nächsten Tag habe ich nochmals Gelegenheit, mich in Cusco umzusehen, was doch sehr lohnenswert ist. Ich besuche auch ein Inka-Museum, welches mich offen gesagt nicht gerade vom Hocker haut, auch wenn einige schöne Handarbeiten ausgestellt werden.

Nachher leiste ich mir einen Besuch der Kathedrale für einen horrenden Eintritt. Dieses Bauwerk wurde auf den Überresten eines Inka-Tempels gebaut. So sollte diese besiegte Kultur aus den Köpfen der Einheimischen ausgelöscht werden. Gespart wurde hier jedenfalls an nichts. Schon die Nebenkapelle strotzt vor Gold. Im Hauptteil der Kathedrale gibt es seitlich des Hauptschiffs unzählige, aufwändig gestaltete Altäre für diverse Heilige. Das Hauptschiff selber ist im Eingangsbereich durch einen Chor verstellt, so dass die Wirkung eines grossen Raums nur halb ergibt. Ehrlich gesagt, mit all seiner Pracht erinnert mich das Ganze an einen bunten Jahrmarkt, wo jeder etwas für seinen Geschmack finden kann, nur nicht die alte Kultur.

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Innen waren übrigens keine Bilder erlaubt

Ansonsten schlendere ich einfach durch die vielen Strassen und Gässchen. Mir hat's gefallen.

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Am nächsten Tag reise ich weiter nach Puno am Titicacasee. Es gäbe eigentlich einen Zug, der aber horrend teuer ist. Stattdessen fahre ich mit einem Bus für Touristen, der unterwegs ein paar Stopps macht. Schon der erste Halt gefällt mir ausserordentlich. In Andahuaylilas besuchen wir eine kleine mit schönen Bildern und Wandmalereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Interessant finde ich hier besonders die allgegenwärtige Vermischung von religiösen Symbolen aus der Inka-Zeit und derer des Christentums.

In Racchi sehen wir die Überreste eines grossen Inkatempels, der zum Grossteil mit Adobes errichtet worden ist. Die Grösse des ursprünglichen Bauwerks lässt sich noch gut erahnen.

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Auch von der umliegenden Tempelstadt sind noch Hütten und Lagerhäuser zu erkennen.

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Mit dem Pass La Raya erreichen wir den höchsten Punkt der Fahrt. Netterweise hat sich eine traditionell gekleidete Dame neben das Schild mit der Passhöhe gestellt. Sie passt irgendwie auch ausgezeichnet zu ihrem Lama. Mit dem Pass erreichen wir auch den Altiplano, eine Hochebene von zwischen 3500 und gegen 4000 Metern über Meer, die sich von Peru über Bolivien bis nach Chile hinzieht. Auf dieser Ebene findet sich auch der Titicacasee und der Legenda nach auf der 'Isla del Sol' auch die Geburtsstätte der Inkakultur.

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Auf dem Pass begegnen wir auch dem verschmähten Zug. Schön anzuschauen, stelle nur fest: wir waren noch höher....

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Den letzten Halt machen wir in Pukara, wo sich Ruinen aus der Zeit um etwa 4000 vor Christus befinden, welche als die ersten Zeichen von Zivilisationen im Altiplano gelten. Allerdings schauen wir uns nur das zugehörige Museum an - der Guide möchte wohl gern nach Hause.

In Puno habe ich ein kleines Hotel reserviert, wo ich unter genügend Wolldecken nun auf 3850 Metern übernachte.

Am nächsten Morgen geht es zum Hafen, wo ich mit einigen anderen Touristen in ein kleines Boot dirigiert werde. Als erstes fahren wir zu einer der schwimmenden Inseln (Uros). Man ist sich hier den fast täglichen Besuch von Touristen offenbar gewohnt, aber wir werden herzlich empfangen.

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Wir tapsen etwas unsicher auf dem teils bedenklich schwankenden Untergrund, lassen uns die Bauweise der Inseln und ein bisschen von der Lebensweise erklären und dann gibt es noch eine kleine Rundfahrt im Schilfboot.

Dann geht es weiter über den See zur Insel Amantani, wo wir die Nacht bei Einheimischen verbringen werden. Bei der Ankunft kommt die Insel ziemlich ursprünglich daher.

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Ich werde mit zusammen mit einem belgischen Pärchen bei Rosa untergebracht. Sie hat eine etwa fünfjährige Tochter und einen wenige Monate alten Sohn, welchen sie meist auf dem Rücken mit sich herumträgt. Die Unterkunft selber ist einfach, aber gemütlich, vom Komfort etwa einer Berghütte bei uns entsprechend. Der Blick aus dem Fenster würde so manchem Hotel gut anstehen.

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Bald schon macht sich die ganze Gruppe zu den Gipfeln von Amantani auf.

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Zuoberst angekommen wollen wir uns den Sonnenuntergang anschauen. Und dieser wird wahrhaft zum Spektakel.

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Am Abend gibt es noch ein bisschen Tanzparty mit den Leuten aus dem Dorf. Es gibt sogar zwei Musikgruppen, die abwechslungsweise aufspielen. Die rechts gefallen mir ein bisschen besser....

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Am nächsten Tag fahren wir zur benachbarten Inseln Taquile, die Insel der strickenden Männer. Tatsächlich stricken sich diese ihre Mützen selber, an deren Farbe abgelesen werden kann, ob sie verheiratet sind oder nicht. Abgesehen von der Strickerei sind sie aber wenig emnanzipiert und es muss hier streng patriarchalisch zu und her gehen. Vielleicht deshalb sind doch viele Männer auch älteren Datums ledig...

Der Spaziergang über die Insel ist wunderschön, immer mit Blick auf den wunderbar blauen See. Ein bisschen mediterrane Stimmung kommt schon auf.

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Nach einem Mittagessen mit wunderbarer Aussicht und etwa 3-stündiger Rückfahrt sind wir wieder zurück in Puno. Den letzten Abend in Peru verbringe ich mit ein paar anderen Inselbesuchern - typisch peruanisch gehen wir Pizza essen. War nicht schlecht, ehrlich!

Eingestellt von greoj 20:10 Archiviert in Peru Kommentare (0)

Galapagos - Sonne, Meer, Inseln & eine fantastische Tierwelt

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Der Flug hat zwei Stunden Verspätung. Das erfahre ich dann allerdings nur so nebenbei beim Nachfragen am Schalter. Über Fabricio von der Agentur benachtrichtige ich die Angelique. “No se preocupe” heisst es wieder mal: ‘mach Dir keine Sorgen’. Nö, nicht undedingt, aber wäre ja schon blöd, wenn das Schiffli ohne mich lostuckert.

Im Flug kommt echt Hochstimmung auf, als wir mit einer Linkskurve auf Baltra abdrehen. Zum ersten mal bekomme ich die berühmten Galapagos-Inseln zu Gesicht.

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Der Flughafen ist einfach eingerichtet, dafür darf man überall Schlange stehen. Pass zeigen, 100 Dollar Parkgebühr zahlen, Handgepäck untersuchen lassen (eingeführte Pflanzen und Tiere), Gepäck abholen - gegen Vorweisen des Gepäckscheins, da nimmt man es auch genau. Und dann geht es schon per Bus in einen kleinen Hafen. Hier gibt es unter der Pier einen Seelöwen zu sehen, an der Mole grosse rote Krabben. Fängt ja gut an!

Die Angelique ist ziemlich klein, aber es sieht gemütlich aus und die anderen Gäste und die Crew machen einen sympathischen Eindruck. Es sind mehrheitlich junge Leute an Bord. Auch zwei Schweizerinnen: Christian und Aurelia. Die Kabine teile ich mit Noam aus Israel. Ich passe trotz Befürchtungen ins Bett, ohne dauernd Kopf oder Zehen anzustossen. Passt.

Am Nachmittag machen wir den ersten Ausflug an den Strand von Santa Cruz. Die Besichtigung ist gemütlich, der Führer erzählt in Englisch mit beträchtlichem spanischen Akzent über das Leben der Tiere, und wer Lust hat, hört zu, oder man geniesst den schönen Strand.

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Wir sehen Pelikane, Möwen und auch die Fregattvögel, die äusserst elegante Flieger sind. Die müssen auch was drauf haben, denn sie können nicht sehr gut fischen. Dazu fehlt ihnen Öl im Gefieder, welche das Wasser abstossen kann, und so können sie nicht ins Wasser tauchen. So haben sie sich darauf spezialisiert, die Bissen anderer Vögel zu ergattern, die sie mehr oder minder freiwillig fallen lassen.

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Wir machen uns auf, um in einem Brackwasserteich Flamingos zu sehen. Fehlanzeige. Am zweiten Teich haben wir mehr Glück, allerdings ist es nur ein einziges Exemplar, das hier im Wasser nach Kleinkrebsen fischt. Kommentar unseres Führes: “Galapagos is about quality, not quantity” (auf den Galapagos geht es um Qualität, nicht um Quantität).

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Der Flamingo wird auch noch von drei See-Iguanas bewundert, die sich hier im Sand räkeln, um sich nach dem Grasen im Meer aufzuwärmen. Sind ja wechselwarme Tiere, die echt gut schwimmen können, dabei aber bis zu 10 Grad abkühlen. Da tut so ein Sonnenbad echt gut.

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Anschliessend gehen wir Schnorcheln. Durch aufgewirbelten Sand ist die Sicht allerdings ziemlich trüb. Dennoch sehe ich ein paar “Bekannte”, so zum Beispiel einen Stachelrochen und Papageienfische.

Wir sind rechtzeitig zurück, um einen schönen Sonnenuntergang genissen zu können - der erste seit Wochen, merke ich. Bild her!

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In der Nacht kreuzt das Schiff dann Richtung Norden zur Insel Genovesa. Die Überfahrt ist ziemlich unruhig. Vorsorglich nehme ich Stugeron gegen Seekrankheit.

So wirklich gut geschlafen hat dann eigentlich niemand, aber das leckere Frühstück weckt die Geister. Per Boot machen wir uns zur Insel auf. Erst kurven wir den eigentlich schwarzen Felsen entlang, die aber durch ‘Guano’ (Vogelscheisse) eher grau geworden sind.

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Auf dem Landgang bekommen wir dann einen Haufen Tölpel zu sehen. Damit meine ich natürlich nicht die anderen Touris, die Tölpel sind Vögel, die hier auf Schritt und Tritt anzutreffen sind. Das kann man durchaus wörtlich nehmen, denn sie interessieren sich nur wenig dafür, wo es einen für menschliche Gäste abgesteckten Weg gibt.

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Durch die Abwesenheit ernsthafter natürlicher Feinde sind sie überhaupt nicht scheu. Dadurch waren sie für die ersten Entdecker leicht zu fangen. Weil sie dazu auch noch die Eigenheit haben, echt drollige Brauttänze zu vollführen, haben sie den wenig schmeichelhaften Namen erhalten.

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Wir sehen insgesamt drei verschiedene Arten: Nazca-Tölpel, Rotfüssige Tölpel und blaufüssige Tölpel. Sie unterschieden sich sowohl aufgrund der Jagdgründe wie auch der Orte, wo sie nisten.

Die Nazca-Tölpel richten ihre Nester direkt auf dem Boden ein. Sie futtern in Küstennähe und können es sich deshalb leisten, mehr als ein Ei pro Jahr zu legen. Allerdings ziehen sie eigentlich nur ein Jungtier gross. Schlüpfen zwei, dann streiten sich die Kücken um den Platz im Nest. Die Eltern greifen in diesen Streit nicht ein, füttern aber nur das Junge, welches sich im Nest befindet. So zieht das Schwächere mit der Zeit den Kürzeren und geht meistens ein. Die Galapagos sind höchstens vordergründig ein Kuschelzoo!

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Die Rotfuss-Tölpel dem hingegen fischen weiter draussen. Sie nisten auf den Büschen und brüten nur ein Ei aus. Die Jungvögel sitzen dann wie Federbälle im Geäst und sehen oft echt witzig aus.

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Auch die Fregattvögel ziehen ihre Jungtiere im Geäst hoch. In Bodennähe sehen sie etwas weniger elegant aus.

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Bei den Felsen gehen wir dann auch noch Schnorcheln. Es ist eher kühl, was sich noch etwas deutlicher bemerkbar macht, da keine Sonne scheint. Wir sehen einige bunte Fische und auch einen Seelöwen, der kurz vorbeischwimmt, aber kaum ‘Hallo’ sagt.

Am Nachmittag fahren wir zu einem Strand, wo sich einige Seelöwen. Wir können ganz nahe an die Tiere ran. Mehrheitlich wird geschlafen, aber ab und zu macht sich doch ein Genosse Richtung Wasser auf. Zuweilen kommen sie dann den ebenfalls rumliegenden Touristen ordentlich nahe.

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Es gibt hier auch hier Vögel, die wir nicht ganz vergessen wollen. Mein Favorit ist ein kleiner Reiher, dessen genaue Identität ich allerdings nicht rauskriegen konnte. Wär mal was für die Blog-lesenden Vogelkenner, Kommentare erwünscht!!!. Den Vogel kann man jedenfalls direkt in einen Comic übernehmen. Oder die Gabelschwanzmöwen mit hübschen rotumrandeten Augen - Makeup nature.

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Ein junger Pelikan ist noch ganz faul im Nest

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Andere über auch schon mal das Fliegen. Bleibt aber bei einer Trockenübung. “Ich könnte ja schon, wenn ich möchte...”

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Der junge Fregattvogel sieht es mit Bedacht.

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Am Mittwoch besuchen wir am Morgen Bartholome. Die Insel ist vor allem landschaftlich lohnenswert - wachsen tut hier nicht besonders viel, aber vom höchsten Punkt haben wir eine schöne Aussicht. Hier wurde übrigens ein Teil des Films ‘Master and Commander’ mit Russel Crowe in der Hauptrolle gedreht. Den Film habe ich nie ganz gesehen, aber an den Ausblick auf diese Bucht erinnere ich mich noch:

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Hier gibt es auch mal ein Gruppenföteli, quasi die Ausgabe eins, denn nicht alle machen die ganzen 8 Tage mit.

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Jörg (Schweiz), Sheryll (Australien), Aurelia, Christina (Schweiz), Carmen, Xavier (Spanien), Roberto (San Salvador), Adam, Eileen, Tucker, Scott, Henry (USA), Noam (Israel), Aurelien, Naoko (Frankreich)

Beim Einsteigen in den Zodiac wird dann klar, dass sich die heimischen Tiere einen Dreck um die Parkordnung scheren. Sie haben es sich auf der Landetreppe gemütlich gemacht und der Einstieg wird etwas wacklig. Hier hüpft gerade Christina ins Boot

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Beim Rumtuckern in der Bucht kommen wir auch an einem auffällig geformten Felsen vorbei. Es wird behauptet, er wurde von amerikanischen Soldaten übungshalber in Form geschossen. Die Amerikaner haben rund um den zweiten Weltkrieg die Galapagos als Stützpunkt benutzt. Die Wahrheit ist allerdings, dass Winderosion zur auffälligen Form geführt hat - das Gestein ist durch Vulkanasche entstanden und dadurch ziemlich locker geblieben. Man kann es ohne Mühe mit den Händen zerbröseln.

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Wir treffen auch auf einige Pinguine. Es sind die am nördlichsten vorkommenden Pinguine auf der ganzen Welt! Klein, aber drollig, nicht?

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Beim Felsen gehen wir auch wieder Schnorcheln, aber es ist ein ordentliches Durcheinander von Touristen. Dennoch sehe ich zum ersten mal beim Schnorcheln einen Hai: beim Zurückschwimmen passiert mich ein Weissspitzenhai in kurzer Distanz.

Am Nachmittag besuchen wir das benachbarte Santiago, dessen Südspitze im vorletzten Jahrhundert von flüssiger Lava bedeckt worden ist. Seither macht sich nur sehr langsam wieder Leben breit und so sind vor allem die teils skurrilen Formen der erstarrten Lava zu bestaunen, die mich an die Werke von H.R. Giger erinnern.

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Leben gibt es am Ufer, wo es Iguanas gibt, die sich auf der Lava natürlich prima aufwärmen können. Auch Krabben fühlen sich auf dem steinigen Untergrund wohl.

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In der Nacht geht es bereits wieder Richtung Süden. Am nächsten Morgen ankern wir im Hafen von Puerto Ayora im Süden von Santa Cruz. Erstes Ziel ist die ‘Darwin Station’, wo unter anderem Riesenschildkröten aufgezüchtet werden. Ich konnte es mir nicht verkneifen, mich mit so einem Tier ablichten zu lassen. Neben mir sieht die Schildkröte doch richtig alt aus... (Eine Schildkröte, die Darwin nach England gebracht hat, ist erst vor ein paar Jahren gestorben!).

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Schon verlassen uns einige Passagiere wieder, aber sie haben neue gefunden. Unter anderem eine nette französische Familie aus Evian. Nachbarn eben.

Am Nachmittag machen wir eine Ausfahrt, um noch mehr von den Schildkröten zu sehen. Mit den Jungs scheint echt nicht immer zu spassen zu sein.
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Tatsächlich sollen sie auf Santa Cruz zeitweise gefährlich werden für die Autofahrer. Auch wenn es für die Schildkröte noch unangenehmere Folgen haben dürfte, kann so ein Crash mit einem zweihundert Kilo schweren Tier schon ganz schön heftig sein. Also aufgepasst, wenn die Schildkröten kommen!

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Am Abend dürfen wir dann doch prompt einmal in den Ausgang. Bis zehn Uhr, ein hartes Regime auf der Angelique. Allerdings, da wurde allgemein früh schlafen gegangen - mal war ich der letzte, wie ich um zehn vor Neun ins Bett bin.

Beim ersten Inselbesuch im Süden geht’s erst mal zu einem etwas unorthodoxen Postbüro.

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Es ist hierTradition, an sich selbst adressierte Postkarten einzuwerfen. Das in der Hoffnung, dass sich unter den späteren Besuchern jemand findet, der in der Nähe wohnt, und diese Postkarte dann persönlich abliefert. Ich habe mir auch eine Postkarte geschrieben. Fragt mich allerdings nicht was, denn ich habe sie noch nicht bekommen.

Anschliessend klettern wir in einen Lavatunnel. Nicht ganz unerwartet ist es hier ziemlich dunkel, mein Stirnleselämpchen ist nicht gerade eine grosse Hilfe. Aber auf dem Gruppenföteli sieht sie doch schmuck aus, nicht?

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Henry, Scott, Tucker (alle USA), Alizée (Frankreich), José (Ecuador), Sheryl (Australien), Borga (Spanien), Jörg (Weltreisender), Aurelia (Schweiz), Beatriz (Spanien), Christina (Schweiz), Diego (Spanien), Chantal, Maeve, Laurent (Frankreich), Noam (Israel)

Und jetzt die grosse Quizfrage: finde zehn kleine Unterschiede zum ersten Gruppenfoto.

Am Nachmittag gehen wir nochmals auf die Suche nach Flamingos, diesmal allerdings ergebnislos. Dafür gibt’s einen tollen Sonnenuntergang.

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Als die Sonne am nächsten Tag wieder scheint, geht es zu einem Bilderbuchstrand mit schneeweissem Sand. Das hat sich auch unter Seelöwen rumgesprochen, und so lümmeln sie sich zu Hauf am Strand.

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Nachher gehen wir Schnorcheln und ich verfolge für sicher zehn Minuten ein Adlerrochenpärchen, welches unter mir langsam über den Grund gleitet. Anschliessend kommt Christina auf die Idee, wir könnten doch vom Boot ins Meer springen, was sich zu einer breiten Aktion ausweitet - bei der mehr als die Hälfte der Gäste mitmacht.

Am Nachmittag machen wir uns auf die andere Seite von Espanola auf. Die steile Küste ist wunderschön, und es gibt hier auch eine Art Geisir: das Meerwasser wird durch die Brandung in ein Loch gepresst und schiesst dann in einer Fontäne hoch.

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Meinen beiden Schweizer Kolleginnen ist leider grad beiden die Kamera ausgestiegen, und ich biete natürlich meine Hilfe bzw. Kamera an. So gibt es die Küste auch noch zusammen mit Aurelia.

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Hier treffen wir auch wieder Tölpel, vor allem auch die blaufüssigen, die einfach immer sehr drollig aussehen.

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Sie sind auch die Lieblinge von Christina.

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Die Hauptattrakteure hier sind aber zweifellos die Albatrosse. Die Vögel sind viel grösser, als ich sie mir vorgestellt habe.

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Wir beobachten auch einen, der sich mit Anlauf den Fels hinunterstürzt - mit ihrer Rekord-Flügelspanne ist für sie ein Start eine schwierige Sache, und deshalb ist eine Rampe in den Luftraum ganz nützlich.

Ganz witzig sieht auch der Albatros-Nachwuchs aus. Sobald die Jungvögel etwas grösser geworden sind, werden sie von den Eltern auch mal alleine gelassen, so dass sich beide Elternteile um die Futtersuche kümmern können.

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Bei der Rückfahrt zur Angelique schwimmen einige Seelöwen dem Zodiac hinterher. Das führt ordentlich für Stimmung.

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Anschliessend gehen wir Schnorcheln. Ich begegne wieder einmal einem Seelöwen, der mich unter genau unter die Lupe nimmt, bevor er dann in die Tiefe abtaucht, um nach Futter Ausschau zu halten. Auch können wir mit zwei Schildkröten tauchen.

Am zweitletzten Tag können wir auf Santa Fé Landleguane aus der Nähe beobachten. Deren Haut ist heller als die der Meerechsen, auch sind sie grösser und sind eher alleine unterwegs. Wir haben Glück, und können einen beobachten, der ein Kakteenblatt vertilgt.

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Aber auch eine Meerechse hat sich hier zu einem Portraitfoto bereit erklärt.

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Und am Strand kuckt ein junger etwas verdutzt schauender Seelöwe zwischen den Felsen hervor. Wird man denn hier nie in Ruhe gelassen?

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Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Norden. Wir passieren auch zwei eindrückliche Felsen, die Gordon Rocks. “Der zweitbeste Platz für Tauchgänge auf den Galapagos.”, meint unser Guide. Und damit hat er mir den Floh ins Ohr gesetzt, der meinen Aufenthalt auf den Galapagos schliesslich um drei Tage verlängert.

Dann erreichen wir South Plaza, eine der ganz kleinen Inseln des Archipels. Hier fasziniert schon mal die Landschaft.

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Der Clou an der Insel ist aber, dass es hier ein Refugium für erschöpfte Seelöwenmännchen gibt. Auf der flachen, vom Meer her leicht zugänglichen Seite tummeln sich die Familien, die von den Leitbullen beschützt werden. Männchen, die sich nicht durchsetzen konnten, leben auf der anderen, steilen Seite der Insel. Hier können Jungtiere nicht aufwachsen. Die “Ausgestossenen” müssen sich hier zwar die Felsen hoch- und runterquälen, müssen aber nicht mit anderen Männchen um Territorien und Weibchen kämpfen.

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Am allerletzten Tag machen wir dann noch einen kurzen Abstecher auf die Insel Seymorte Norte. Und hier sehe ich dann auch noch Fregattvögelmännchen mit den berühmten aufgeblasenen roten Kehlen.

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Und schon bald heisst es dann Abschied nehmen von der Angelique und den anderen Gästen. War eine unvergessliche Kreuzfahrt!

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Ich aber ändere Pläne und verschiebe meinen Flug um zwei Tage. Zusammen mit Noam, mit dem ich schon auf der Angelique die Kabine geteilt habe, quartiere ich mich in Puerto Ayora in einem einfachen Hotel ein. Wir wollen am nächsten Tag tauchen gehen. Am Nachmittag finden wir auch prompt eine Tour, die am nächsten Tag auf die Gordon Rocks geht. Den Rest des Tages vertreiben wir mit Internet und Essen, ich gehe sogar noch eine Runde Joggen.

Am Abend bekommen wir dann aber überraschend Besuch von der Agentur. Gordon Rocks wurde abgesagt, anstelle dessen soll es auf Seymour gehen.

Wir entscheiden uns gegen Seymour, stehen aber am nächsten Morgen früh auf, um im Hafen nach einem Schiff Ausschau zu halten, welches nach Gordon Rocks geht. Fehlanzeige.

Nachdem wir ausgeschlafen haben, finden wir dann aber doch noch eine gewünschte Tour. Um mitfahren zu können, muss ich allerdings meinen Flug nochmals umbuchen, was auch ohne Unkosten möglich ist - da sind sie auf den Galapagos offenbar ziemlich flexibel.

Und am nächsten Tag geht es dann wirklich los. Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt sind wir da. Wir machen in der Nähe einen kurzen Checkdive, dann geht es zwischen die Felsen, zwischen denen es ordentlich Wellen hat. Unter Wasser soll es zuweilen zugehen wie in einer Waschküche. An diesem Tag sind die Strömungen allerdings nicht allzu stark.

Und es lohnt sich. Bei den beiden Tauchgängen sehen wir mehrere Hammerhaie, einen Galapagoshai, Schildkröten, Adlerrochen, Stachelrochen, einen Barakudasschwarm und vieles mehr. Die Bilder stammen für einmal nicht von mir, sondern vom Diveguide.

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Am nächsten Tag verabschieden wir uns dann von den Galapagos. Noam fliegt nach Buenos Aires, ich nach Guayaquil, der grössten Stadt von Ecuador.

Der Besuch der Galapagos wird mir unvergesslich bleiben, ein Höhepunkt auf meiner langen Reise.

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Eingestellt von greoj 09:47 Archiviert in Ecuador Kommentare (1)

Quito, Ecuador - Hola, America del Sur!

Ecuador: zum ersten mal in Südamerika

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Der Flug am Donnerstag nach Quito verläuft ohne grosse Zwischenfälle. Beim Anflug spähe ich gespannt aus dem Fenster, um die ersten Eindrücke von Südamerika in mich aufzusaugen. Häuser, Täler, Weiden, es sieht alles faszinierend aus!

Ohne Probleme bringe ich auf dem Flughafen die Ankunftsformalitäten hinter mich und besteige bald ein Taxi, das mich in die Stadt bringt. Das Hotel befindet sich am Rande der Altstadt. Es war mit gut fünfzig Dollar eines der günstigsten Hotels, die ich übers Internet finden konnte, kommt aber schon ziemlich vornehm rüber. Der Eingang ist verschlossen, und die Gäste müssen läuten, um reinzukommen. Scheint ein sicherer Ort zu sein. Nach einem kurzen Nickerchen muss ich mich auch schon wieder auf den Weg machen, allerdings nicht in die berühmte Altstadt von Quito. Es ist mir entgangen, dass in Ecuador in Freitag Feiertag ist und es dann schwierig sein wird, einen Anbieter zu finden. Also muss ich noch heute ein Reisebüro finden.

Per Taxi mache ich mich zum Mariscal auf, einem Stadtteil, in dem sich angeblich alle Anbieter für Galapagos-Reisen finden sollen. Im erstbesten Geschäft lasse ich mir ein paar Angebote vorstellen. Der Verkäufer - Fabricio - macht mir einen ehrlichen Eindruck und ist sehr hilfsbereit. Dennoch hole ich noch ein paar Angebote in anderen Büros, stelle dann aber fest, dass die Preise vor allem aufgrund der unterschiedlichen Bootsklassen variieren. Am Abend bekomme ich noch ein Mail von Fabricio. Er kommt am nächsten Morgen am Feiertag extra nochmals ins Büro. Klingt gut.

Am Freitag also wieder per Taxi zum Mariscal. Ich entschliesse mich für eine 8-tätige Kreuzfahrt auf der Angelique, einem kleinen Motorsegler, auf dem es wohl tüchtig schaukeln dürfte, der mir aber sonst sympathisch rüberkommt. Da die Bezahlung mit Kreditkarte happige 6% Preisaufschlag kostet, einigen wir uns darauf, dass ich so viel als möglich bar bezahle. Fabricio begleitet mich zum Bancomaten (‘Cajero automatico’), damit ich nicht ausgeraubt werde…

Am Nachmittag ziehe ich dann ein bisschen durch die Gassen der Altstadt, die sich als echt beeindruckend herausstellt.

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Am Samstag mache ich mich mit öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Norden auf. Ziel: ‘Mitad del Mundo’ (Mittelpunkt der Erde). Fabricio hat mir netterweise genau erklärt, wie ich mit Bussen da hinkomme.

Nach einmal Umsteigen erreiche ich einige Kilometer nördlich von Quito eine grosszügige Anlage mit Parkplätzen und breiten Wegen, die zu einem etwas unförmigen Monument führen. Dank dem Bezahlen von drei Dollar gibt es hier ziemlich laute Musik, den Duft von Fastfood, einige Pavillons und ein Planetarium, für welches ich sogar eine Vorführung mitbezahlt habe, welches ich aber nie betreten werde.

Es ist sehr beliebt, sich so fotografieren zu lassen, dass man mit voller Kraft oder mit Eleganz scheinbar die Weltkugel auf dem Monument trägt. Ich allerdings mache nur ein paar brave Bildchen, auch ohne besondere Berücksichtigung der Äquatorlinien am Boden.

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Und dann mache ich mich auf die Suche nach dem Äquator...! Dieser befindet sich nämlich dummerweise gar nicht hier, sondern etwa 200 Meter weiter nördlich. Das hat man vor ein paar Jahren mit GPS nachgemessen. Ironischerweise wussten das auch schon die hiesigen Ureinwohner, deren Ortsbestimmung die Kolonialisten aber nicht trauen wollten. Eieiei!

Ich war natürlich rücksichtsvoll genug, beim Monument nicht zu fragen, wo es denn hier zum Äquator gehe, sondern fragte nach dem Ort, wo hier Experimente zum Äquator gemacht werden können. Wenig überraschend finden sich dieses dann ausserhalb des Geländes. Ich finde den Ort dann quasi in einem Hinterhof, ohne Empfang mit Kassenhäuschen. So schreite ich zum ersten Mal in meinem Leben zu Fuss über den Äquator, um irgendwo jemand zu finden, der mir ein Ticket verkauft.

Dieses gibt es dann tatsächlich nach etwas Warten auf der Nordhalbkugel zu kaufen. Es gibt dann erst noch eine Führung zum Leben der Ureinwohner, und zum Schluss geht es zu den Experimenten. Was ich wirklich sehen wollte, war das Experiment mit dem abfliessenden Wasser: ein Eimer wird direkt auf den Äquator gestellt und mit Wasser gefüllt Wird nun der Stöpsel entfernt fliesst das Wasser dann ganz ohne Strudel ab. Drei Meter nördlich gibt es beim Abfliessen einen Strudel im Gegenuhrzeigersinn, drei Meter südlich im Uhrzeigersinn. Es ist mir bekannt, dass die Richtung des Strudels auf Drehkräften beruht (Coriolis-Kräfte), aber dass 3 Meter reichen sollen, damit die Richtung ändert, das kommt mir doch etwas schräg vor. Aber es war immer dasselbe Gefäss, daran kann es also nicht gelegen haben. Der Führer meint , das wäre kein Beweis, sondern nur eine Demonstration. Hm...

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Später probiere ich es im Hotelzimmer aus. Resultat: auch kein Strudel! Wir sind hier etwa 20 Kilometer südlich des Äquators. Scheint mir, die haben doch etwas nachgeholfen, indem sie das Wasser mit Schwung eingefüllt haben, jeweils in der gewünschten Drehrichtung. Aber darauf habe ich bei der Demonstration nicht geachtet. Pech auch! Meine Experimentierwut ist dann aber doch nicht stark genug, und der Mangel an Experimentierutensilien hat dann meinen Wissensdurst gestoppt. Vielleicht weiss ja jemand Bescheid und schreibt einen Kommentar...

Auf dem Rückweg bin ich beim Umsteigen unsicher, welcher Bus mich denn nun wieder zurück in die Altstadt bringt. Ich frage kurzerhand eine junge Ecuadorianerin, die in einer Schlange ansteht. Sie bestätigt, dass ich mit diesem Bus ins Zentrum komme. Im Bus kommt sie dann nochmals zu mir, um mir ganz genau zu erklären, wie ich weiterfahren soll. Beim Umsteigen spricht mich dann wieder ein Mann an, der das mitgekriegt hat, und weist mir nochmals den Weg. Wirklich sehr hilfsbereit, die Leute hier.

Am Sonntag, meinem letzten Tag in Quito, nehme ich es etwas ruhiger. Auch telefoniere ich wieder einmal mit der Heimat. Dann mache ich mich per Taxi zur Seilbahnstation auf, welche mich auf eine Schulter des Pichincha bringen soll. Beim Ticketkauf gibt es eine Unterscheidung zwischen Einheimischen und Touristen - der Fahrpreis ist fast doppelt so hoch. Dafür dürfen die Touris dann bei der Express-Schlange anstehen, während die Einheimischen zur längeren “normalen”Schlange gewiesen werden Eine Unterscheidung, die mir irgendwie nur halb sympathisch ist. Der Vorteil ist natürlich schon, dass es etwas schneller vorangeht. So wie es aussieht, werden nur so viele Fahrgäste nach oben befördert, wie wieder runter kommen. Oder haben sie hier tatsächlich nur 4 Gondeln? Insgesamt warte ich so doch gegen eine Dreiviertelstunde, bis ich in eine Gondel steigen kann.

Die Talstation befindet sich etwas überhab der Stadt auf etwa 3000 Metern, oben angekommen befinde ich mich auf 4100 Metern über Meer. Viel höher war ich ausserhalb eines Flugzeugs noch nie. Die Aussicht über die Stadt ist schon von hier prächtig, aber ich will natürlich noch ein bisschen spazieren. Nach ein paar hundert Schritten erreiche ich eine Tafel, die vom Weitergehen abrät.

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Auf eigene Gefahr also. Aber wie singt schon Barbra Streisand: “sometimes, where danger lies, there the sweatest of pleasures are found“. Also nix wie hin, ich bin ja auch nicht der einzige Wanderer hier, was für mich von Belang ist, da offiziell von Alleingängen aufgrund möglicher Kriminalität abgeraten wird. Aber ich habe ja auch noch einen monströsen Regenschirm bei mir...

Es geht einen grasbewachsenen Grat entlang in Richtung des Vulkans. Ich habe das Gefühl, es sehr gemütlich zu nehmen. Aber mein Puls sagt bald was anderes. Der Weg ist stellenweise recht steil, und nicht wenige Wanderer gehen es zu schnell an, und bleiben dann keuchend stehen.

Mich zieht es ja überall in die Höhe, wo es nur geht, und erkläre das damit, dass ich in der Schweiz aufgewachsen bin und deshalb Ausblicke gewöhnt bin. Dass das nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, zeigt sich hier. Es scheint sich schon fast um einen Schweizer Berg zu handeln - immer wieder höre ich Schweizerdeutsch. Ich fühle mich auch sonst ein bisschen wie zu Hause hier. In dieser Höhe stehen auch in den Tropen keine Bäume mehr, und mit Blick auf den felsigen Vulkan könnte ich mich auch in den Alpen befinden. Allerdings nicht auf über 4000 Metern, da gibt es bei uns nur noch Gletscher, Felsen und Firn.

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Es ist schon Nachmittag, weshalb ich keine Pläne habe, bis auf den Vulkan zu steigen und mache so nach etwa einer Stunde Halt. Schön ist es hier.

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Der Rückweg geht dann um einiges flotter. In der Nähe der Bergstation überholt mich Gruppe von Wanderern, rennend!. Erst denke ich, sie hätten einen Notfall, aber dafür sehen sie zu wenig besorgt aus. Möglicherweise einfach in Eile. Vielleicht wegen der nahenden Wolken, die den Grat langsam einnebeln.

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Ich schaffe es grad noch unters Dach, da beginnt es heftig zu regnen. Gutes Timing. Und gut, habe ich nicht versucht, auf den Gipfel zu kommen.

An der Talstation möchte ich eigentlich ein Collectivo nehmen, um zum Hotel zu fahren. Allerdings scheint keiner in meine Richtung zu fahren. Und auch Taxis sind sehr umkämpft. Also beschliesse ich, mal ein bisschen die Strasse Richtung Stadt runterzugehen, wo es vielleicht etwas weniger Kampf um die Verkehrsmittel gibt. Der erste Taxifahrer will dann aber gleich mal fünf Dollar, was definitv zu viel ist. Ich steige wieder aus. Der nächste findet, er kenne die Strasse meines Hotels, obwohl ich es ihm beschreiben kann. Ich lasse auch ihn fahren, was ihm offenbar nicht allzu viel ausmacht, da zwanzig Meter weiter eine Gruppe von Leuten wartet, von denen er sich vielleicht einen besseren Fahrpreis erhofft hat. Mich kümmert’s auch nicht gross, denn kurz darauf kommt ein Bus gefahren, der mich für 25 Cent in die Nähe des Stadtzentrums bringt, zehn Minuten vom Hotel entfernt. Ich gehe mich aber erst noch zum letzten mal in Quito verköstigen. Im kleinen Strassenrestaurant bemerke ich dann an der Wand ein Bild, welches mit ‘Zurich, Suiza’ angeschrieben ist. Tatsächlich, ein Blick von Sankt Peter Richtung See.

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So lustig, so vertraute Orte zu sehen. Die Kassierin weiss allerdings nicht, warum hier ausgerechnet ein Bild von Zürich hängt. Hätte ja auch das Matterhorn sein können.

Am Montag geht es dann zum Flughafen. Die Galapagos warten! Aber davon in meinem nächsten Beitrag...

Eingestellt von greoj 19:59 Archiviert in Ecuador Tagged backpacking Kommentare (2)

Costa Rica - grüner geht's nicht...


View Eimal ume auf greoj's Reise-Karte.


Ein neues Land: Costa Rica

Nach der kleinen Aufregung beim Start verläuft der Flug nach Costa Rica problemlos. Costa Rica! Das erste Land auf meiner Weltreise, wo ich noch nie war!!!

Bei der Ankunft versuche ich erst einmal Bargeld zu besorgen. Aber der erste Bancomat spukt kein Geld aus. Mist (ich wiederhole mich), nach der gesperrten Kreditkarte nun auch noch Probleme mit der Maestro? Da versuche ich das erste mal meine TravellerCash Karte aus, und - oh Wunder - der Automat spukt willig Nötli aus. Bei einer Wechselstube werde ich dann auch noch meine Pesos los. Alles in Butter.

Das Ganze dauert etwas lange, und so komme ich mit Verspätung bei der Gepäckausgabe an. Kein Hinweis mehr auf die Ausgabe von Mexico City, am Gepäckschalter haben die auch keine Ahnung. Zum Schluss finde ich dann meinen Rucksack mitten in der Halle etwas vereinsamt, aber komplett. Puah, eigentlich Glück gehabt.

Obwohl natürlich tausend Taxifahrer mir einen Spezialpreis geben wollen, bin ich fest entschlossen, den Bus in die Stadt zu nehmen. Nachdem sie verstanden hat, dass ich wirklich nicht mit ihr fahren will, hilft mir dann eine Taxifahrerin, zum Bus zu finden. Das klappt dann auch ganz gut und kostet mich etwas mehr als einen Franken. Im Zentrum finde ich bald eine Touri-Information und die für mich ein bezahlbares Hotel (Costa Rica gilt nicht als Billig-Reiseland). Ich buche dann auch noch eine Tour zum Vulkan Poas, der noch immer aktiv ist. Dann gibt es Pollo, so wie es sich gehört, ganz lecker, wenn auch im Fastfood-Style; solche Schuppen gibt es an fast jeder Strassenecke.

San Jose sieht auf den ersten Blick nicht besonders attraktiv aus, aber es gibt eine ziemlich weitläufige Fussgängerzone mit unzähligen Geschäften. Einige vereinzelte schöne Bauwerke stehen auch rum, aber der Gesamteindruck wird immer wieder durch ziemlich hässliche und hohe Betonbauten gestört. Aber rundum gibt es schön grüne, wenn auch meistens wolkenverhangene Berge.

Die geführte Tour auf den Poas am nächsten Tag gefällt mir wesentlich besser. Nachdem nach gut einer Stunde Rumkurven in San José alle Teilnehmer eingetütet sind, geht es bald durch ländliches Gebiet mit Erdbeer-, Kaffee und Farnplantagen. Farn ist offenbar der neue Exportschlager von Costa Rica. Jedenfalls gibt es hierzulande unzählige Arten, die in den Plantagen eben auch schnell wachsen. Überhaupt: die Flagge von Costa Rica ist zwar blau-weiss-rot, aber sonst gibt es hier vor allem eine Farbe: grün.

Der Krater des Poas ist ziemlich wolkig. Kann man nix machen. Aber die Dampfwolken, die aus der Tiefe emporsteigen, sehen doch auch ganz gut aus, oder etwa nicht?

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Wir machen uns dann auch noch zu einem Nebenkrater auf, der nicht mehr aktiv ist, aber ein schmuckes Seelein beherbergt. Hier macht der Guide wieder einmal ein Bildli von mir.

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Auf dem Rückweg machen wir Halt bei einer Kaffeeplantage, wo es weite Kaffeefelder zu sehen und leckeren Kaffee zu probieren gibt. In den Kaffeefeldern werden auch Bananen mit angepflanzt. Dadurch erhält der Kaffee etwas mehr Schatten und zudem absorbieren die Bananen überschüssige Feuchtigkeit (wovon es zu dieser Jahreszeit täglich mehr als genug gibt...).

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Am nächsten Tag kümmere ich mich um meine Flugtickets. Den Flug nach Ecuador buche ich gleich mal retour, da ich ja von dort nicht weiterzufliegen plane - die Preisdifferenz ist nicht allzu gross. Der Besuch bei Mexicana, die mir ja ein Ticket zurück nach Mexiko angedreht haben, ist nicht besonders erfolgreich. Ob ich da jemals noch Geld zurückbekomme....

Manuel Antonio

Am Samstag geht’s dann auf mit dem Bus. Die Idee, spontan im Bus ein Ticket zu kaufen, stellt sich nicht als besonders erfolgversprechend heraus, da es nur wenige unbesetzte Plätze gibt. Schliesslich kaufe ich mir dann doch ein Ticket am Schalter, und am Nachmittag geht es dann los Richtung Süden.

Die Fahrt führt erst über eine Bergkette. Auch hier: alles grün, grün, grün. Wo keine Bäume stehen, gibt es überall dichtes Gras, welches die Weiden wie ein Pelz überzieht. Später geht es der Pazifikküste entlang. Richtung Quepos gibt es in Küstennähe immer mehr Berge und die Strasse wird von endlosen Palmenplantagen gesäumt. Als der Bus in Quepos hält, ist es bereits dunkel, dazudem zu regnet es in Strömen. Ich entschliesse mich endlich zum Kauf eines Schirms, der mir doch eine gewisse Hoffnung lässt, dass die Hose trocken bleibt. Dann möchte ich einfach nur ein Dach über dem Kopf und ein trockendes Plätzchen zum Liegen. So quartiere ich mich im nächst besten Hotel ein. Preis: 10 Dollar. Absoluter Tiefpreisrekord bisher, aber dementsprechend auch sehr einfach. Aber die Tür kann man abschliessen, und es gibt neben dem Bett sogar ein kleines Möbel und ein dünnes Leintuch als Decke. Es ist dann ziemlich laut, durch die Lüftung (sprich grosszügige Öffnungen unter der Decke) dringt auch Licht und Lärm ins Zimmer, aber der Fernseher wird gegen 22 Uhr ausgeschaltet und dann schlafe ich auch irgendwie und basta.

Am nächsten Morgen suche ich ein gutes Frühstück und Internet und finde beides in einem Best Western Hotel. Hier esse ich auch zum ersten mal Gallo Pinto, eine Mischung von Reis, Bohnen, Zwiebeln und Gewürzen, welche mir zusammen mit Eiern prima schmeckt. Im Internet finde ich auch ein Hotel, das mir zusagt, und ab geht es mit dem Bus ins nahe Manuel Antonio.

Kaum im Hotel angekommen, mache ich mich auch schon wieder auf Richtung Nationalpark, der nämlich auf folgenden Montag geschlossen ist. Vor den Toren wird erst mal gewartet, denn es wird nur eine bestimmte Anzahl Personen eingelassen. Auffallend viele Damen stehen da gleich mit Bikini an. Wie ich später rauskriege, kommen viele vor allem auch wegen der schönen Strände im Park hierher.

Leider gibt es an der Kasse keine weiteren Informationen über das “who is who” des Parks. Da ich ja bei Tierbeobachtungen durch meinen Nystagmus selten erfolgreich bin, verlasse ich mich auf die anderen Besucher. Wenn die irgendwohin kucken, schaue ich auch mal, und siehe da, das klappt ganz wunderbar. Und so kommt ihr zu ein paar Föteli von Iguana, Faultier und Kapuzineräffchen.

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Aber auch die Landschaft ist hier sehr schön. Es gibt Inseln, Halbinseln und Buchten und zwischen Urwald und Meer gibt es nur den obligaten Strand. Der Sand ist zwar statt weiss leicht gräulich, auch scheint die Sonne eher spärlich, und doch kommt schnell das wohlige Gefühl auf, sich in einem Tropenparadies zu befinden.

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Die Luftfeuchtigkeit ist wohl so ziemlich hundert Prozent, aber es ist warm und nicht heiss. So friert man garantiert nicht, ein bisschen Regen haut einen auch nicht grad aus den Socken, denn feucht ist man eigentlich immer sowieso schon.

Das Hotel selbst befindet sich auch in unmittelbarer Nähe des Strandes, ein paar ordentliche Restaurants gibt es auch gleich um die Ecke, und ich fühle mich schnell bestens aufgehoben hier.

Am Strand gehe ich dann auch nach längerer Zeit wieder mal joggen, und das macht doch Spass in dieser schönen Umgebung, zugegebenermassen auch mit gelegentlichem Blick zur Seite Richtung Strandschönheiten.

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Monteverde

Trotzdem mache ich mich nach zweieinhalb angenehmen Tagen auf nach Monteverde, diesmal mit einem privaten Busunternehmen. Auf der Hälfte der Strecke wird umgestiegen, und dann geht es über Naturstrassen in die Berge, ganz zu meinem Vergnügen. In Monteverde gibt es dann wieder Teerstrassen, aber so wie ich das mitkriege nur gerade im Ort.

Am nächsten Tag mache ich eine Führung mit in den Nationalpark von Monteverde. Dieser ist berühmt für seinen Nebelwald, der den Hauptteil der Feuchtigkeit aus tief hängenden Wolken bezieht. Und davon gibt es hier, dank der Kontinentalscheide, reichlich. Ja, und hier ist es wieder mal grüner als grün. Hier gibt es zum Beispiel riesige Baumfarne, oder wilde Avocadosbäume, welche oft dicht mit Epiphyten bewachsen sind, so dass ein Baum wie ein Wald im Wald aussieht.

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Der Höhepunt ist wohl eine Giftschlange - Farbe Grün (Hellgrün) - die es sich in einer kleinen Astgabel gemütlich gemacht hat. Das Tier ist für den Laien kaum zu entdecken, dennoch nur ein paar Zentimeter von den Köpfen der vorbeigehenden Besucher entfernt. Hochgiftig, aber zu unserem Glück nicht aggressiv. Ich traue mich sogar nah ran, um eine Foto zu machen, aber das giftige Tier beeinflusst irgendwie die Schärfeneinstellung negativ. Ihre Kolleginnen besuchen auch Kaffeeplantagen, was zuweilen den Arbeitern zum Verhängnis wird. Schlangen soll es hier nicht besonders viele geben, da eher zu kühl. Auf die Frage, ob es denn Boa Contrictors gebe, meint der Führer: “Ah, ja, da ist mal eine mit grossem Krach von einem Baum heruntergefallen zusammen mit ihrem Opfer, einem Faultiert.” Wirklich super hier, nur fällt einem ab und zu eine Boa auf den Kopf.

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Am Ende der Führung sehen wir bunte Kolibris, allerdings an einem Futtertropf, dann eine Tarantel in ihrem Versteck. Schliesslich gibt es im Parkrestaurant einen feinen Capuccino, den der Kellner kunstvoll verziert. Ja, Costa Rica und Kaffee, das passt wunderbar zusammen.

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Nachher mache ich mich alleine in den Park auf, um noch etwas zu wandern. In der Zwischenzeit haben sich die Wolken noch etwas tiefer gelegt, was den Wald nochmals exotischer erscheinen lässt.

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Dann aber passiert ein Naturwunder - innert weniger Sekunden verwandelt sich der Nebelwald in einen Regenwald, Fusswege werden zu Bächen. Dank meines Schirms lässt mich das einigermassen kühl. Beim Parkausgang stelle ich mich dann doch unter. Auch den Einheimischen hier scheint der Regen doch etwas unerhört stark zu sein.

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Arenal

Am nächsten Tag lasse ich mich per Shuttle zum ganz in der Nähe liegenden aktiven Vulkan Arenal bringen. Die Fahrt führt einmal mehr über Naturstrassen durch eine ziemlich hügelige Gegend, und es ist eigentlich ein bisschen wie im Appenzellerland. Nur erscheint hier am Horizont nicht der Säntis, sondern der formvollendete Vulkan Arenal, den wir fleissig ablichten, als die Busfahrt am Arenal-See endet.

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Von da geht es dann per Böötli über den See. Alle dürfen aussteigen, nur ich nicht. Ich habe ein Hotel mit optimaler Sicht auf den Vulkan gebucht, welches allerdings ziemlich abgelegen sein muss. Darum fahre ich nochmals über den See, wo eine Gruppe aufgelesen wird, die von Monteverde auf dem Pferderücken hergelangt sind. Als wir auch die am anderen Seeufer abgeladen haben, steht noch ein Bootswechsel an:

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Und dann geht es dann nochmals über den See zu meinem Hotel. Auch wenn das Ganze etwas dauert, was kümmert’s mich, die Landschaft ist prächtig, und die etwas unheilschwangere Stimmung mit dunklen Wolken am Horizont einfach faszinierend. Und da ist ja immer der Hauptdarsteller, der Vulkan:

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Das Hotel liegt zwar einsam, ist aber ansonsten echt Klasse, und ich mache mir keinerlei Sorgen hier ein paar Tage etwas fernab von der Zivilisation zu verbringen. Nachts schweifen die Blicke immer wieder zum Feuerberg, der aber während der ganzen Zeit abgesehen von einigem Grollen nicht viel von sich gibt. Macht auch nix, so ende ich sicher nicht als Einschluss in einem erstarrten Lavastrom.

Dafür entschädige ich mich mit einer Baumwipfeltour. Ganz in der Nähe gibt es eine kleine Seilbahn und eine Serie von Drahtseilen, die sich im Zickzack über ein kleines Tal spannen. Mit der Seilbahn geht es anstrengunsfrei hoch. Oben angekommnen gibt es erst einen Tee und Aussicht auf den Arenal und den gleichnamigen Stausee. An zwei kurzen Übungsleinen lernen alle Teilnehmer die Technik kennen.

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Dann geht es ans Eingemachte. Vor uns liegt ein kleines Teil und darüber spannen sich 6 lange Stahlseile im Zickzack den Berg runter. Die längste Leine soll 2 Kilometer lang sein! Das sieht ein bisschen krasser aus als die Seile über Benito Juarez in Mexiko. Ein bisschen den Bammel habe ich schon vor dem ersten Start. Das ‘Pura Vida‘ einer französischen Teilnehmerin vor mir klingt doch reichlich verkrampft. Als es dann losgeht, ist die Vorfreude aber genau so stark. Und dann fliege ich so mit 60 bis 70 Sachen raus, segle über den Urwald, geniesse den Vulkan und stosse natürlich den einen oder anderen Freudenschrei aus,

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Die letzte Leine führt in einer Art Tunnel direkt durch die Baumwipfel, dazwischen sieht man den Arenal-See. Und wenn man dann gebremst wird, realisiert man, wie schnell man da durch die Luft gezischt ist. Echt der Hammer, auch wenn es ein etwas teurer Spass war.

Zurück in San Jose

Ein weiterer Shuttle bringt mich dann züruck in die Hautpstadt. Statt Extra-Seeüberquerungen gibt es Regenschauer, zudem weigert sich der Chauffeur, mich bis zu meinem Hotel zu bringen, da das zu weit weg liege. Leider konnte ich nicht zweifelsfrei feststellen, wo es denn tatsächlich liegt, und ich mache mir etwas Sorgen, ob ich da eine zwielichtige Bleibe gebucht habe. Das stellt sich dann aber als völlig unbegründet heraus, ich werde beim Taxi mit einem Regenschirm in Empfang genommen. Das Hotel stellt sich als familiäres Bed & Breakfast heraus, mit ausgenommen nettem Service.

Am nächsten Tag mache ich ein paar Besorgungen und besuche dann das National-Museum. Hier faszinieren mich vor allem die wunderbaren Töpfereien und Schmuckarbeiten aus präkolumbianischer Zeit mit wunderschönen Tiermotiven, zum Teil mit witzigen Gesichtern.

Am nächsten Morgen mache ich mich per Bus früh zum Nationalpark ‘Braulio Carillo’ auf, der etwa 25 Kilometer nördlich von San Jose liegt. Hier im Regenwald sind die beschilderten Wanderpfade mein Ziel. Ich bin mir bewusst, dass ich hier vieles schlicht einfach sehen werde, aber die Üppigkeit der Vegetation ist einfach wieder einmal berauschend. Ein fast undurchdringliche Pflanzenwelt: sprossend, blühend, halb oder ganz weggeknabbert, überwachsen von moosartigen Teppichen, alt und morsch, faulend. Selbst die Steine sind meist dicht bewachsen. Alles durcheinander, wahrlich Leben pur... Der Weg gleicht zeitweise einer Serie von Schlammlöchern und ich bin froh, mit Wanderschuhen hergekommen zu sein.

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Kaum losgegangen raschelt es ordentlich über mir, Äste fallen und ein Tropfenreigen geht über mich. ‘Was ist denn da los?‘, frage ich mich, mache ein paar schnelle Schritte zur Seite und schaue nach oben. Grad kann ich noch ein Fellbündel ausmachen, das da schnell durch die Wipfel turnt. Affen! Ein netter Empfang ist das.

Ich scheuche noch ein paar Tiere auf, die sich entweder unsichtbar nach einer Art von Gebell unsichtbar davon machen, oder vor mir so schnell über den Pfad rasen, dass ich nicht erkennen kann, um was es sich denn handelt. Praktisc alle fünfzig Meter latsche ich in einen Spinnenfaden, und als ich dann mal eine der handtellergrossen Erbauerinnen zu Gesicht bekomme, bin ich froh, dass sich keins der Tierchen erschrocken in meine Kleider geflüchtet hat, nachdem ich ihr Werk demontiert habe. Eins dieser Spinnentierchen habe ich beim Parkeingang auf die Linse gekriegt:

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Nach drei Stunden habe ich genug von grüner Hölle und Schlamm und ich stelle mich an den Strassenrand, um den nächsten Bus abzupassen. Das geht dann keine drei Minuten, schon bin ich auf dem Weg zurück nach San Jose, wenn ich mich auch mit einem Sitzplatz am Boden begnügen muss.

Am Nachmittag habe ich so noch die Gelegenheit, das Nationaltheater zu besuchen, und das wertet mein Bild von der costaricanischen Hauptstadt doch nochmals bedeutend auf.

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Vieles wie zum Beispiel die Deckengemälde ist in Italien oder Frankreich entstanden und hergebracht worden. Dabei haben sich dann kleine Ungereimtheiten eingeschlichen wie zum Beispiel costaricanische Bevölkerung mit blonden Haaren oder Kaffefelder auf Meereshöhe. Nach der Führung von einer Stunde bin ich nudelfertig, da ich einerseits das schnelle Spanisch mitzubekommen versuchte, und nicht abschweifen wollte, um die englischen Einwürfe nicht zu verpassen, die der Theatermitarbeiter extra für mich einbaute. Wäre ja nicht gerade höflich gewesen.

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In Costa Rica habe ich viel Interessantes und Schönes sehen können, dennoch gäbe es noch viel mehr zu sehen, es wäre also auch spannend, wieder einmal herzukommen. In diesem Sinne ‘Hasta luego^ und natürlich ‘Pura Vida!’.

Zum Abschied noch ein bisschen Grün, aus dem Appenzellerland....
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Eingestellt von greoj 16:46 Archiviert in Costa Rica Tagged backpacking Kommentare (2)

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