Reise blog von Travellerspoint

Neuseeland - Südinsel


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Krabi (Thailand)

Die Südinsel empfängt mich mit einer dichten Wolkendecke. Sie soll wilder sein und kühler - sehe ich nur noch wenig Sonnenschein entgegen? Die Fahrt durch die verwinkelten Buchten vor Picton wäre bei schönem Wetter sicher auch sehr schön.

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Fahrt mit der Fähre nach Picton

Bei der Weiterfahrt Richtung Westen nach Nelson beginnt es dann zu regnen. An der Tourist-Information sagt man mir allerdings, dass das Wetter für die nächsten Tage gut sein soll. Also buche ich zwei Übernachtungen und einen Transfer mit einem Wassertaxi, um 3 Tage im Nationalpark 'Abel Tasman' die Füsse zu vertreten. Nachdem ich mein Zelt in Marahau aufgestellt habe, zeigt sich am Abend auch schon wieder die Sonne und malt einen satten Regenbogen an den Himmel. Und am nächsten Morgen: stahlblauer Himmel.

Überraschenderweise steigen wir auf einem Parkplatz ins Wassertaxi ein, das vor dem Tourbüro auf dem Ausleger thront. Dann wird das Boot einfach mitsamt allen Gästen rückwärts zu Wasser gelassen und los geht es. Das Taxi bringt mich etwa 20 Kilometer nordwärts, wo ich mit Schlafsack, Proviant und etwas Kleidung zu Fuss den Rückweg antrete. Die Route führt auf einem meist komfortablen Weg durch dichte Küstenwälder mit Ausblicken auf unzählige Buchten mit azurblauem Wasser, dann wieder entlang fast endloser Strände bedeckt mit goldgelbem Sand.

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Durch den schönen Abel Tasman Nationalpark

Am ersten Tag können zwei Passagen nur bei Ebbe bewältigt werden, womit sich eine Art vorgegebener Zeitplan ergibt. Der Tidenhub beträgt hier gut 4 Meter - das Wasser in den vielen Buchten ist konstant in Bewegung, steigt entweder mit der Flut, oder fliesst bei einsetzender Ebbe wieder zurück ins offene Meer. Ganz ohne nasse Füsse geht es auch bei tiefem Wasserstand nicht, und so binde ich die Wanderschuhe auf den Rucksack und wate barfuss durch den mit Muscheln durchsetzten Schlick.

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Warten auf Ebbe im Abel Tasman

Die Übernachtungen in den Hütten sind vergleichsweise komfortabel, und ich komme mit anderen Gästen ins Gespräch, bevor schon früh zu Bett gegangen wird. Zum Frühstück schleppe ich eine Müesli-Mischung und Joghurt mit, auch meine etwas gross geratene Plastik-Müesli-Schüssel ist dabei. Einzig auf Kaffee muss ich hier verzichten.

Die Szenerie ändert sich auch an den beiden nächsten Tagen nicht, und auch am schönen Wetter ändert sich wenig, und so komme ich guter Dinge am dritten Tag gegen Mittag wieder nach Marahau. Hier kann ich noch im Camping duschen, geniesse nach vier wenig abwechslungsreichen Mahlzeiten ein warmes Mittagessen und natürlich meinen lang ersehnten 'Latte'. Gestärkt und mit dem zufriedenen Gefühl nach körperlicher Betätigung fahre ich genüsslich an der Westküste Richtung Süden. In einem kleinen Nest namens Punakaiki übernachte ich und schaue mir am nächsten Morgen die 'Pancake Rocks' (Pfannkuchen-Felsen) an. Deren Seiten sind auffällig gerippelt, so dass sie wie übereinander gestapelte Steinpfannkuchen aussehen. Dazwischen tost das Meer - bei Flut soll es hier gewaltig durch die 'Blowholes' spritzen. Aber am Morgen ist heute Ebbe, und ich verzichte auf mehr Schauspiel, denn es rufen die Gletscher.

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Pancake Rocks

Der Kamm der Südalpen liegt nahe an der Westküste. Dazwischen gibt es einen schmalen Streifen von flachen Land, der oft von endlosem Regen heimgesucht werden soll. Die Winde kommen in Neuseeland meist von Westen, die Wolken regnen sich dann an den Bergkämmen ab, auf der anderen Seite ist das Klima dann wesentlich trockener - eine Konstellation, die uns von den europäischen Alpen ja auch bekannt ist. Ich allerdings fahre bei freundlichem Wetter durch die weiten Schwemmebenen der kaum durch Verbauungen korrigierten Flüsse. Dadurch sind die Brücken auch ziemlich lang und wie oft in Neuseeland nur einspurig zu befahren, was aufgrund der sehr geringen Verkehrsdichte aber selten ein Problem ist.

Franz Josef erreiche ich am späten Nachmittag. Es ist noch genug Zeit, um eine kleine Wanderung zur Zunge des gleichnamigen Gletschers zu machen. Allerdings hängen hier in den Bergen tiefe Wolken, so dass ich nur einen Teil des Eisstroms sehe. Dank dessen fällt dann mein Augenmerk auf einen "Steinfall", der einen Teil der Seitenmoräne bildet.

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"Steinfall" beim Franz Josef Gletscher

Am nächsten sieht es erst mal eher nach aufkommender Bewölkung aus. Dann wird halt erst mal kräftig gefrühstückt, und dann lacht auch schon wieder die Sonne. Nach gut zwei Stunden erreiche ich einen schönen Aussichtspunkt mit Blick auf den zerklüfteten Franz Josef Gletscher. Äusserst passend zum Namen treffe ich hier einen Österreicher, der in Neuseeland seine Tochter besucht.

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Franz Josef Gletscher

Am Nachmittag werfe ich dann auch noch ein Auge auf den nahe gelegenen Fox-Gletscher, ziehe dann aber weiter, weil die Bewölkung die Sicht stark behindert. Ich übernachte noch einmal an der Westküste, bevor ich am nächsten Tag am Haast-Pass den Südalpenkamm überquere. Grosse Höhenunterschiede gibt es dabei nicht zu überwältigen; die Haast-Passhöhe liegt nicht mal 500 Meter über Meer. Der Herr Haast war es übrigens, der den Gletscher pfiffigerweise nicht nach sich selber, sondern nach seinem Kaiser benannt hat, wofür er dann eine Ehrung eingeheimst hat.

Ich bin den ganzen Tag im Auto unterwegs, unterbrochen nur durch Foto-, Mittags- und Kaffeestops. Am Abend erreiche ich Te Anau, das Portal zum 'Fjordland National Park' und dem berühmten Milford-Sound. Dass es hier des öfteren regnet, ist schon von weitem zu erahnen, und wenn es in Te Anau nur mal ein bisschen nieselt, sind die nahen Berge von Regenwolken gesäumt.

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Blick in Richtung Fjordland Nationalpark bei Te Anau

Als ich die etwa hundert Kilometer nach Milford Sound fahre, komme ich tatsächlich immer mehr in die Waschküche. Eine kleine Wanderung bietet statt Ausblicke in die wahrscheinlich nahen Gipfel nur Regen und Nebel. In Milford angekommen ist mir gar nicht nach Camping zumute, und ich quartiere mich in einem 'Backpackers' ein. Von einer Schiffahrt in den Fjord hält mich der Regen nicht ab.

Auch so sind die steil abfallenden Felswände, die den Fjord säumen, sehr einrdücklich. Und überall stürzen weiss schäumende Bäche über die Wände, die sich auf ihrem Weg ins dunkle Meer in weich fallende, wogende Wasservorhänge wandeln . Einige fallen buchstäblich ins Leere, werden weit über unseren Köpfen vom Wind fortgetragen, um sich im Regen zu verlieren. Am Wasser lassen sich auch Pinguine und wieder einmal Seelöwen beobachten.

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Blick in den regnerischen Milford Sound

Die Fahrt dauert haargenau zwei Stunden, aber viele Passagiere verharren trotz des immerwährenden Regens fast die Ganze Zeit auf dem Aussendeck. Auf den Postkarten präsentiert sich die Gegend gern bei strahlendem Sonnenschein, aber zum "wahren" Milford-Sound gehört wohl einfach der Regen.

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Seelöwen im Milford Sound

Neben dem immerwährenden Nass gibt es hier noch eine andere Plage: die Sandfliegen. Es ist unglaublich, wie schnell einen die kleinen Teufel orten, kaum steigt man aus dem Auto aus. Und so klein sie sind, die Stiche sind mörderisch, denn sie jucken tagelang. Bei Mückenstichen schaffe ich es normalerweise, diese zu ignorieren, bis sie nicht mehr spürbar sind. Nicht aber bei diesen Sandfliegen, und es ufert gelegentlich in wahren Kratzorgien an den Füssen aus, welche die kleinen Teufel mit Vorliebe attackieren. Eine Legende der Maori besagt, dass die Sandfliegen geschaffen wurden, um den Menschen vom allzu schönen Fjordland fernzuhalten. Meiner Meinung nach hätte dazu der Regen gereicht, aber doppelt hält natürlich besser....

Mindestens dem Regen kann ich relativ einfach entfliehen, indem ich einfach wieder aus dem Fjordland hinausfahre. Nach etwas Hin und Her verzichte ich auch auf den drei- oder viertägigen 'Kepler Track', der mich auch wieder ins Fjordland hinein geführt hätte. Die Aussicht, eventuell wieder in den Regen zu geraten, ist einfach wenig verlockend. Stattdessen fahre ich in Richtung 'Caitlins'.

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Blick zurück auf den Fjordland Nationalpark

Am 'Slope Point' erreiche ich den südlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands und gleichzeitig des südlichsten Punkts meiner Reise. Hier beginnt gewissermassen meine (lange) Heimreise!

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Slope Point am Südende der Südinsel

Regnen tut es nicht, dafür lerne ich wieder den Wind kennen, der hier des öfteren tüchtig zu blasen scheint, wie die windschiefen Bäumen erahnen lassen. Ich übernachte in 'Tuatapere' und dann in 'Kaka Point'. In dieser Gegend ist Gastfreundschaft gross geschrieben, und als ich mich beim Abendessen an einen freien Tisch mit schönem Blick aufs Meer Platz etwas abseits der anderen Gäste nehme, bekomme ich bald Besuch von einem Einheimischen. Sie lassen hier die Gäste nicht gern alleine, meint er. Auch der Wirt gesellt sich später noch zu mir. Er gibt mir ein paar Tips für den weiteren Weg.

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Leuchtturm bei 'Kaka Point' in den Caitlins

Ich bin ja schon einige male in Gegenden untergekommen, wo Szenen aus 'Lord of the Rings' gedreht worden sind, so zum Beispiel den 'Tongariro National Park' auf der Nordinsel. In meiner Strassenkarte sind Drehorte extra vermerkt. Ich beschliesse, eini paar weitere zu besuchen, die am Weg liegen. Der erste ist 'Lake Poolburn', auf den mich auch der Wirt aufmerksam gemacht hat. Der See bildete die Kulisse für ein kleines Dorf in 'Rohan', welches in Schutt und Asche gelegt wurde. Die Filmszene hätte die lange Anfahrt auf einer abenteuerlichen Schotterpiste nicht unbedingt gerechtfertigt, aber die Umgebung ist so wild und karg, als wäre sie von einer anderen Welt.

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Auf dem Weg zum Lake Poolburn

Der See selber wurde künstlich angelegt und dient als Wasserreservoir. Daneben wird er von vielen Anglerfreunden besucht, welche hier kiloweise Forelle an Land ziehen. 'Nicht mehr so viele wie auch schon' meint ein Schotte, der hier wie viele eine kleine Fischerhütte für die Wochenenden besitzt. Sein Haar und Bart erinnern mich an einen Gallier aus 'Asterix', so viel Haar und so wenig Gesicht habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ob die anderen hier auch so aussehen, weiss ich nicht, denn es windet dermassen stark, dass an Fischen ist heute nicht zu denken, ist. 'Aussergewöhnlich', meint er, 'muss mit der Klimaerwärmung zusammen hängen'. Ich lasse mich nicht auf Diskussionen ein. Weder er noch ich sind mit dem Fahrrad hergefahren... Dass der Wind heftig ist, ist dennoch nicht abzustreiten, und nach kurzem Besuch eines kleinen Hügels flüchte ich mich regelrecht zurück ins Auto. Zum Glück habe ich die Tür sicher öffnen und schliessen können!

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Starke Winde am Lake Poolburn

Am nächsten Morgen besuche ich den Ort, wo der 'Flight to the Ford' gedreht wurde, ein wilder Ritt auf der Flucht vor den entfesselten Ringgeistern. Im Film hat mich diese Landschaft extrem beeindruckt, der Drehort ist allerdings weiträumig eingezäunt. Privateigentum, mit dem Hinweis 'No Entry'. Eigentlich wäre ich einfach gerne ein Stündchen durch die Wäldchen geschlendert, aber so bleibt mir nur die Rolle des Zaungasts. So nix Spektakuläres, aber wenigstens musste ich hierfür kaum einen Umweg machen. Am Abend komme ich nach Glentanner Park in unmittelbarer Nähe des berühmten 'Mount Cook'. Es ist mit Abstand der schönste Zeltplatz meiner Neusseland-Reise, inmitten von Bäumen und Büschen, mit Blick auf die nahen Berge inklusive 'Aoraki' (Mount Cook auf Maori).

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Lake Pukaki auf dem Weg zum Mount Cook

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Mount Cook vom Camping in Glentanner - noch ohne Wolken

Am Fuss des höchsten Bergs von Ozeanien mache ich dann eine kleine Wanderung und erhasche ein Paar schöne Blicke auf den schneebedeckten Gipfel. Da waren doch noch am Morgen noch viel weniger Wolken, das kenne ich doch von irgendwoher! Aber ich darf nicht klagen, die Sicht wird auf dem Rückweg immer schlechter, und die Wanderer, die mir entgegenkommen, werden wohl ausser Nebel nicht mehr viel gesehen haben. Ich verzichte auf eine zweite Wanderung und ziehe mir stattdessen im Mount Cook Village - surprise, surprise - einen 'Caffee Latte' rein. Hebt nun mal einfach die Stimmung. Nach einem kurzen Check der örtlichen Übernachtungsmöglichkeiten ziehe ich weiter in die etwa 80 Kilometer entfernte Retortenstadt 'Twizel'.

Der Ort wurde in den Siebzigern gebaut, um die Bauarbeiter zu beherbergen, welche das ausladende Dammsystem in der Gegend gebaut haben. Eigentlich sollte der Ort nachher wieder dem Erdboden gleichgemacht werden, aber einige der Arbeiter wollten hier bleiben, und so hat sich eine etwas zu konstruierte, aber bestens positionierte Ansiedlung etabliert. Und hier wurde eine der Schlüsselszenen aus dem letzten Teil der 'LOTR' Trilogie ('LOTR' ist das gängige Kürzel für 'Lord of the Rings'...) gedreht, die Schlacht auf den Feldern von Pelenor. Auch dieser Drehort befindet sich auf privatem Grund und kann nur im Rahmen einer Führung besucht werden. Viel zu teuer eigentlich, und wir werden auch noch zu albernen Verkleidungen genötigt. Aber ich erhalte ein paar Einblicke in die Machart des Films. Denn obwohl die Szenerie wirklich eindrücklich ist, und vom Drehort selber bis auf eine Stromleitung keine Spur von Zivilisation zu sehen ist, wurden für die Schlachtszene stellenweise Bilder von 4 verschiedenen Orten am Computer zusammengefügt, um die finale Version zu erzeugen. Mount Cook wurde zum Beispiel in die Kulisse hineinmontiert, quasi aus 80 Kilometer virtuell hierher verpflanzt. Nicht der einzige Grund, warum die Trilogie auf Produktionskosten von 400 Millionen Dollar gekommen ist - und dann ein Vielfaches davon eingespielt hat! Gedreht wurde ja auch über mehr als 3 Jahre, mit zwei Drehteams gleichzeitig.

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LOTR Drehort bei Twizel (Schlacht auf den Pelenor Fields)

Am Alpensüdrand reise ich weiter Richtung Westen und mache im unbedeutenden 'Geraldine' halt. Es ist mein Ausgangspunkt für eine Rafting-Tour auf dem 'Rangitata' am nächsten Morgen. Es wird zu einem wilden Ritt durch schäumende Wellen in einer schönen Schlucht, angereichert mit einem kleinen Bad im beissend kalten Fluss und einem Sprung von der Klippe. Klasse 5 heisst es, aber mit einem Schlauchboot kommt das weniger wild daher als allein in einem Kajak. Zum Glück habe ich mich in die Frontreihe gesetzt, so dass ich auch zu meinen Adrenalinschüben komme. Um diese noch etwas anzureichern, leert der Bootsführer beim Surfen in einer Stromschnelle (so eine Art Tanz auf einer stehenden Welle) die halbe Bootsbesatzung aus - mich eingeschlossen.

Am Abend fahre ich nach Mt Somers. Von hier geht es am nächsten Morgen nochmals auf eine lange Schotterstrasse in Richtung Berge, der letzte Besucht eines 'LOTR' Drehorts. Ich habe mir extra noch Ausschnitte aus der Filmmusik auf den iPod geladen, um in Stimmung zu kommen. Im Prinzip vollkommen überflüssig, die Landschaft ist auch ohne musikalische Untermalung der Hammer. Der eigentliche Drehort, 'Mt Sunday' - im Film Rohans Hauptstadt 'Edoras' - ist nur ein unscheinbarer Moränenhügel, aber er liegt inmitten einer urtümlichen weiten Ebene vor der Kulisse der Hauptkette der Südalpen.

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Mount Sunday, ein weiterer LOTR Drehort (Edoras)

Landschaftlich schlicht der Höhepunkt meiner vierwöchigen Fahrt, eine Szenerie, die Ötzi wohl auch in den europäischen Alpen vorgefunden hat, bevor man die Flüsse bis zur Unkenntlichkeit gezähmt hat!

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Blick in die Südalpen, in der Mitte rechts der unscheinbare Mount Sunday

Dann geht es zu meiner letzten Station vor Christchurch, zur 'Bank Peninsula', die - wie so vieles in Neuseeland, durch einen Vulkan gebildet worden ist. Da auch meine zweite Luftmatratze mittlerweile beträchtlich Luft verliert (das Modell ist für den Müll, an mir wird's ja wohl nicht liegen...), übernachte ich in einem Backpackers. Am nächsten Morgen fahre ich früh zum Hafen: Schwimmen mit Delfinen ist angesagt.

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Blick in den Krater der 'Banks Peninsula'

Eingekleidet in 5-Milimeter-Neonanzüge fahren wir hinaus in die Bucht. Als ein paar der kleinen Hektor-Delfine ums Boot schwimmen, werden wir ins Wasser beordert. Wir sollen uns für die Delfine interessant machen, sagt man uns. Wir scheinen auf die Tierchen nicht besonders spannend zu sein, schwimmt doch nur sporadisch einer der kleinen Hektor-Delfine zwischen uns durch. So habe ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Sehen können uns die Tiere im trüben Wasser kaum. Also muss akustisch was abgehen. Ich veranstalte in meinen Schnorchel singend eine Art Unterwasserkakophonie, für menschliche Ohren zugegebenermassen wenig erquicklich. Aber sieht so aus, als hätte ich den Ton den 'Top Ten Dolphin Charts' getroffen und ich werde zum Magneten für die niedlichen Meeressäuger, die mich nun neugierig umschwimmen. So nahe, dass ich sie berühren könnte, wenn ich den Arm rechtzeitig ausstrecken würde. Soll man aber nicht, legt man uns vor dem Bad ans Herz. Bis zu 8 Delfine umrunden unsere Gruppe, und nach harzigem Beginn bin ich von der Schwimmerei ganz begeistert. Nur schweren Herzens steige ich wieder ins Boot, nicht ohne ein 'Tschüss' ins Wasser getutet zu haben. Der Führer ist völlig weg ob meiner Performance - war schon fast versucht, ihm die Noten zu geben...

Ein schönes Erlebnis, dessen Erinnerung mich noch den restlichen Morgen erfüllt und sich auf der Fahrt nach Christchurch mit leiser Wehmut mischt - nun ist diese phantastische 4-wöchige Fahrt zu Ende. Es war eine phantastische Zeit, und ich nehme weitere wunderbare Erinnerungen mit, die ich nicht mehr missen will.

In Christchurch mache ich am Sonntag noch einen Stadtrundgang und besuche ein Museum. Hier ist unter anderem ein Schneemobil ausgestellt, mit welchem in einer historischen Expedition im zwanzigsten Jahrhundert die Antarktis durchquert wurde. Am meisten faszinieren mich die ausgestellten Maori-Holzschnitzereien mit den räumlich ineinander verstrickten Mustern.

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Faszinierende Maori-Schnitzereien im XXX Muesum in Christchurch

Und dann fahre ich zum Flughafen, gebe ein paar Postkarten auf (die Ersten... :-( ... :-)) ...!!!), und dann fliege ich einfach weg. Adieu, Neuseeland, Du Land am anderen Ende der Welt. Eine Art realer Mythos, der mir ab jetzt unvergesslich bleiben wird - mit Sicherheit eines der ganz grossen Highlights meiner Reise.

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Nordinsel: Abendstimmung am Vulkan Ngauruhoe im Tongariro Nationalpark

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Südinsel: Abel Tasman Nationalpark

Eingestellt von greoj 15:21 Archiviert in Neuseeland

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Kommentare

Hoi Jörg, cool bisch scho in Neuseeland (gsi). Mir sind wider zrugg ide chalte Schwiiz. Isch nach em hochsummerliche Argentinie scho grad echli gwöhnigsbedürftig gsi. Liebi Grüess, Tobi und Alexandra

von Tobi

Hoi zäme

Ja, und wie me glaub läse chan: es isch voll de Hammer gsii. Und wie händ ihr's no gha?

Härzlichi Grüess
Jörg

von greoj

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