Reise blog von Travellerspoint

Thailand - Photos


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Liebe Blog-Leser

Ich habe zu Thailand ein paar Photos hochgeladen. Der Rest bleibt im Dunkeln, ein bisschen Spannung muss ja sein bis zu meiner Rückkehr!

Die Fotos findet Ihr unter folgendem (wie auch alle anderen, so nebenbei...). Die Sortierung ist nur teilweise glücklich, aber jede Gratis-Seite für Blogs hat so ihre Schwächen.

Your text to link here...

Herzliche Grüsse
Jörg

Eingestellt von greoj 12.02.2011 22:15 Archiviert in Thailand Kommentare (0)

Chennai - geh nicht auf dem Trottoir...


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Liebe Blogleser

Meine Einträge werden seltener, und ich habe mehr als 6 Wochen ausstehend - Thailand und Kambodscha. Schande über mich. Aber den folgenden kurzen Beitrag wollte ich Euch doch mal zukommen lassen, topaktuell quasi.

Gruss
Jörg

Die Gründe, warum Du in Chennai nicht das Trottoir benutzen sollst
- Das Trottoir ist mit Verkaufsbuden verstellt, dazwischen lümmeln Hunde und Ziegen und ein Haufen Leute herum, die Dir gerne etwas verkaufen wollen, aber an denen es: kein Durchkommen gibt.
- Das Trottoir ist von Motorrädern, Fahrrädern, Strassenlaternen, Werbetafeln, und dergleichen verstellt. Du denkst, die gehören einfach nicht dahin. Mag sein, aber sie waren vor Dir da.
- Das Trottoir ist zwar frei, aber der Zugang ist von Motorrädern, Fahrrädern, Strassenlaternen, Werbetafeln, und dergleichen versperrt. Du kletterst da nicht hinüber, das gehört sich nicht.
- Das Trottoir ist völlig entvölkert. Aber es dient als Pissoir. Das weisst Du sofort, auch wenn Du keine besonders feine Nase hast
- es gibt keins
- Keiner der obigen Gründe trifft zu. Geh trotzdem auf der Strasse, niemand benutzt hier das Trottoir, es ist nicht angesagt. Du wirst sehen, es ist einfach viel schöner auf der Strasse, hier sind alle, Busse, Autos, Auto-Rikschas, Motorräder, Fahrräder, Handkarren, Tiere. Und eben auch Fussgänger. Die Strasse ist einfach "the place to be".

Eingestellt von greoj 03.02.2011 04:40 Archiviert in Indien Kommentare (0)

Australien - ab ins Outback


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In Adelaide verbringe ich zwei Nächte, wobei ich mich offengestanden nicht gross um die Stadt kümmere. Der Ort gilt nicht als grosses Highlight für Australienreisende - wäre vielleicht ein Grund, gerade deshalb das Besondere zu suchen., aber ich lasse es. Nach der ersten Nacht muss ich wegen der prekären Bettensituation in der Stadt (ein internationales Cricket-Spiel zwischen Australien und England, der Sport eine Art Mysterium...) noch das Hotel wechseln, wo ich dann akzeptabel schnelles WiFi habe, und so organisiere ich etwas an meinen weiteren Destinationen rum.

Dann warte ich frühmorgens vor meinem Hotel eine halbe Stunde darauf, für die nächste Tour abgeholt zu werden. Ich frage telefonisch beim Veranstalter nach, ob da noch wer zu kommen gedenkt. Schliesslich fährt dann ein Bus vor. Der Guide, 'Leith', meint, es wäre ihm gar nicht so bewusst gewesen, dass er mich abholen müsse. Ich bin zwar auf seiner Liste, aber ganz am Schluss, ohne Angabe, wo ich denn abzuholen wäre. Davor stehen einige weitere Gäste, die erst in zwei Tagen zusteigen werden. Er hat dann halt angenommen, das gelte dann auch für mich. Er hätte wohl erst ein paar hundert Kilometer weiter nördlich Verdacht geschöpft, dass da einer fehlt... Ist ja noch einmal gut gelaufen.

Erst einmal sind wieder Fahrkilometer gefragt. Zum Mittagessen halten wir in Port Augusta, wo wir ein letztes mal in Meerwasser baden können. Es ist schon ziemlich heiss, und so begebe ich mich auch ins eher lauwarme Nass. Es windet ziemlich stark, und gepaart mit der warmen Sonne hat das den praktischen Effekt, dass ich mich nicht extra zu trocknen brauche. Am Nachmittag geht es richtig ins Outback. Es ist noch nicht topfeben hier, entlang der Route reihen sich die Bergketten der Flinders Ranges. Aber die Strasse verläuft immer geradliniger, bis uns Leith aussteigen lässt. Fototermin: wir fotografieren, was nicht da ist, Kurven eben.

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Strasse ohne Kurve in den Flinders Ranges

Später machen wir einen kleinen Spaziergang zu einer Höhle, wo es Felszeichnungen der Aborigines gibt. Die Zeichnungen dienen nicht einfach der Dekoration, vielmehr dürften sie vor jhallem beschreiben, wo in der Nähe Ressourcen wie Wasser gefunden werden können. Die Bedeutungen sind alerdings nicht lückenlos bekannt, zum Teil, weil sie von den Aborigines für sich behalten werden.

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Felszeichnungen der Aborigines in den Flinders Ranges

Für die erste Nacht zweigt dann Leith auf eine Seitenstrasse nach Angorichina ab, die bald über eine Furt führt. Da es in den letzten Tagen geregnet hat, führt das Flüsslein auch Wasser, so dass es schon mal mächtig spritzt. "Zehn Minuten, dann sind wir da, noch ein oder zwei Furten mehr.", meint Leith 'Almighty', und nach total 8 Durchquerungen des immer gleichen Gewässers sind wir dann nach einer halben Stunde da. Weil ich zuvorderst sitze, sehe ich gut, wie haarsträubend unsere Passagen zum Teil sind. Mit einem normalen Strassenwagen hätte ich mich da nie durchgetraut. Einen Gelädewagen haben wir wohlgemerkt nicht; es handelt sich um so ein Teil, mit welchem normalerweise Gäste von Hotels zum Flughafen kutschiert werden. Allerdings, die Bodenfreiheit ist eben um die entscheidenden Zentimeter grösser als bei einem PKW.

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Durchquerung einer Furt auf der Fahrt nach Angorichina (Flinders Ranges)

Zum Abendessen rüsten die Teilnehmer Gemüse, was das Zeug hält, und der Guide kocht das Ganze dann mit Nudeln und Hühnerfleisch auf einem mitgeführten Gasgrill zu einem leckeren Gericht zusammen. Ums Kulinarische müssen wir uns für die nächsten Tage offenbar nicht sorgen. Dass rund um die Kochstelle überall ziemlich grosse schwarze Käfer herumkrabbeln, sei noch so am Rande vermerkt - das Essen war jedenfalls nie verdächtig knusprig.

Auch am nächsten Morgen ist uns der Regen ein Begleiter. Das führt auch dazu, dass wir wieder nach Port Augusta zurück müssen, da die direkte Route über Naturstrassen offenbar wegen der Nässe nicht passierbar wäre. Dann eben auf der Normalroute Richtung Alice Springs. Unterwegs dürfen wir zum ersten mal Holz sammeln für das nächtliche Lagerfeuer. Und später tappen wir noch auf einem Salzsee herum, bevor auf nahen Bahngleisen ein Zug heranrauscht. Hier sehe ich alte Bekannte: Schiffscontainer. Sie werden per Bahn quer durch Australien gekarrt, zum Teil nach Alice Springs, aber auch ins nördlich Darwin, was offenbar günstiger ist, als sie mit dem Schiff rundherum zu schippern.

Die Nacht verbringen wir in Swags. Ein Swag ist eine Art Biwaksack mit eingebauterr Matte, in die wir leichte Schlafsäcke reinlegen. Dann werden sie rund ums Lagerfeuer gelegt, und schon bald kriechen wir hinein, um zufrieden mit Blick auf einen weiten Sternenhimmel einzuschlafen. Wann habe ich das wohl zum letzten mal gemacht, so vor etwa 13 Jahren, schätze ich.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach 'Coober Pedy', einem Mekka für den Abbau von Opalen. Ehrlich gesagt hatte ich so etwa Null Vorstellung, was denn eigentlich ein Opal ist. Aber das wurde uns hier natürlich gerne erklärt. Ein Opal besteht aus Silizium XXX???, in welchem es kleine Wassereinschlüsse gibt. Diese führen dann je nachdem dazu, dass der Stein ein reiches Farbenspiel erhält. Früher kamen die besten Opale unter anderem aus Ungarn. Als die Vorkommen in Australien entdeckt waren, wurden sie vorerst einmal als minderwertig vom Markt ferngehalten, bis sich dann die in Tat und Wahrheit herausragende Qualität der australischen Steine auf dem Weltmarkt durchsetzte. Und so blieb dann in 'Coober Pedy' gewissermassen kein Stein auf dem anderen. Tatsächlich gibt es noch unglaublich grosse Landreserven, die noch umgegraben werden können. Die Schwierigkeit am Opalabbau ist allerdings, dass es keinen zuverlässigen Methoden gibt, um die Vorkommen zu orten. Wohl oder übel muss das Erdreich umgepflügt werden, bis etwas Brauchbares gefunden wird. So sehen hier einige Landstriche so aus, als hätten hier Riesenmaulwürfe ihr Unwesen getrieben. Der Opal hat einige Leute sehr reich gemacht, aber viele sind auf der Strecke geblieben, konnten hohen Investitionskosten vielleicht gerade noch decken oder sind auf riesigen Schulden sitzen geblieben. Wer Lust hat kann's probieren, wie gesagt, es gibt noch genügend Claims hier.

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Überbleibsel der Dreharbeiten zu 'Pitch Black'

In 'Coober Pedy' gibt es auch ein Raumschiff. Keine schlechte Idee eigentlich, sich die Fahrt mit einem etwas flotteren Gefährt zu verkürzen. Geflogen ist das Ding allerdings nie. Vielmehr war es eine Kulisse für den Film "Pitch Black", einem Science Fiction, der nichts ist für Zartbesaitete. Hier wurde darüber hinaus auch "Mad Max 3" gedreht, und Mel Gibson soll sich mehrere Monate in diesem abgesehen vom Opal nicht gerade aufregenden Nest aufgehalten haben. In der Nähe gibt es allerdings einige schöne Felsformationen, deren Farben mich an die 'Painted Desert' in den USA erinnern.

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Schöne Felsformationen bei Coober Pedy

Wir kommen auch an einem langen Zaun vorbei. Soll einmal der längste Zaun der Welt gewesen sein, so um 4000 Kilometer lang. Er sollte Dingos, eine australische Wildhundart, von den Farmen des Südwestens fernhalten.

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Einst der längste Zaun der Welt

In 'Coober Pedy' sind noch weitere Tourteilnehmer zu uns gestossen. Nun ist der Bus bis zum letzten Platz besetzt, was nicht gerade zum komfortablen Reisen beiträgt. Vollständig wie wir nun sind geht es auf durch hunderte Kilometer Outback zum Uluru (Ayers Rock), wohl DIE Sehenswürdigkeit in Australien. Wir schlagen unsere Swags auf einem Zeltplatz in der Nähe auf, und können dann aus der Ferne das weiche Licht des Sonnenuntergangs auf dem berühmten Monolithen sehen.

Früh stehen wir auch am nächsen Morgen auf, schauen uns die ersten Sonnenstrahlen auf dem Uluru aus der Ferne an und fahren dann zu den Olgas (Kata Tjuta). Hier machen wir eine etwa 3-stündige Wanderung zwischen den urtümlichen rotschimmernden Felsen hindurch. Diese dürfen nicht betreten werden, handelt es sich doch um heilige Orte der Aborigines.

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Die Olgas in der Nähe des Uluru

Am Nachmittag gibt es kein festes Programm. Vorgeschlagen ist, im Pool eines unmittelbar beim Camping liegenden Resorts schwimmen zu gehen. Der Haken an der Sache: offiziell dürfen da nur Gäste rein. Also erklärt uns Leith wiederholt und immer wieder, wie wir es anstellen müssen. Zur Rezeption des Campings gehen, einen "Drinking Pass" verlangen, zur Bar des Resorts gehen, dort ein Bier bestellen und dann unauffällig zum Pool wechseln. Nicht als Gruppe auftreten usw. usw. Es geht natürlich schief, ein paar wenige unserer Gruppe schaffen es zum Resort-Pool, dann wird Leith zur Rezeption des Campings beordert. Pech auch, denn so ist auch der Biernachschub nicht möglich. Aber es gibt einen alternativen Pool auf dem Campingplatz, ohne Liegewiese, etwas warm und nicht wirklich zum Schwimmen geeignet, aber man wird auch so nass.

Abends dann das grosse Uluru-Sonnenuntergangs-Barbecue. Wir fahren mit dem Bus dahin, wo alle Touris hinfahren, um das Spiel der abendlichen Sonnenstrahlen auf den Felsen des Ulurus zu sehen. Da bauen wir Grill, Stühle und Kameras auf, knipsen dasselbe Foto etwa fünfzig mal pro Person und schlagen uns den Magen mit gegrilltem Huhn voll. Viel Überraschungen bietet das Ganze nicht, selbst was man fotografiert hat, kommt einem sofort bekannt vor, weil man es schon Dutzende male im Internet gesehen hat. Ein paar individuelle Schüsse gibt es natürlich dennoch.

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Meine Wenigkeit am Uluru

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Unsere Reisegemeinschaft am Uluru
Stehend: John (UK), Vanessa (DE), Kerstin (DE), Anna (DE), Jenny (NE), Maren (DE), Klariena (NE), Frank (Norway), Philip (UK)
kniend: David (CH), Karin (UK), Jun (Korea), Carolina (NE), Carrie (USA), Jana (CZ), Leith (AU, Guide), Nini (NE), Julia (DE), Alex (CH) Jörg (CH), Connie (CH)

Am nächsten Morgen dann kommen wir echt auf Tuchfühlung mit dem berühmten Gestein. Erst schauen wir uns den Sonnenaufgang an, wobei wir diesmal auf die Gesellschaft von etwa tausend anderen Schaulustigen verzichten können, denn diese sind alle am "offiziellen" 'Sunrise Point'. Bei uns sehen wir nicht die ersten Sonnenstrahlen auf dem Felsen, dieser liegt im Schatten, die Sonne geht von hier aus gesehen direkt über dem Uluru auf. So ergeben sich nicht diese weichen Farben wie am Abend zuvor, dafür ist es quasi was anderes, was nicht alle sehen.
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Sonnenaufgang über dem Uluru

Ob der erratischen Erscheinung des Uluru erstaunt es nicht, dass er für die Aborigines ein heiliger Berg ist. Es gibt aber einen Vertrag zwischen der Regierung und den Ureinwohnern, der besagt, dass der Block für 99 Jahre besucht werden darf. Das schliesst auch ein, dass der Uluru bestiegen werden kann. Allerdings haben die 'Aborigines', , den Wunsch geäussert, es nicht zu tun, eben weil es sich um einen heiligen Berg handelt. Es gibt aber auch Stimmen, die meinen, das Gebot werde nur geäussert, um zu verhindert, dass es weitere Unfälle gibt - nicht nur 1 Tourist ist hier tödlich abgestürzt. Wir haben nicht selber mit einem Angehörigen dieser Volksgruppe darüber gesprochen - Aborigines sieht man in der Gegend kaum.

Selbstverständlich wäre ich da hochgekraxelt, gäbe es all diese Diskussionen nicht. So aber entscheide ich, brav unten zu bleiben. Was letztlich keinen Unterschied macht, denn der Aufstieg ist wegen zu starker Winde gesperrt. Das scheint an etwa 3 von 4 Tagen der Fall zu sein.

Stattdessen kann man um den Felsen herumwandern, was auf jeden Fall sehr lohnend ist. Wir können es so schnell angehen, wie es uns beliebt, und so geniesse ich es, wieder einmal individuell unterwegs zu sein. Die Vegetation im Outback ist derzeit ausserordentlich üppig, begünstigt durch ausserordentlich viel Regen (mittlerweile ist ja in Australien der Teufel los in Sachen Überschwemmungen...!), und viele, die den Uluru in anderen Jahren gesehen haben, dürften sich die Augen reiben ob des vielen Grüns, das zur Zeit wächst.

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So grün am Uluru (Ayers Rock)

Als ich den Fels aus der Nàhe sehe, merke ich, was für ein besonderes Gestein das ist. Aus der Ferne sieht der Uluru einfach aus wie "normaler" Sandstein, ein ziemlicher Brocken zwar, aber doch einfach Sandstein. Das ist er tatsächlich auch, aber aus der Nähe sieht die Oberfläche überraschend glatt aus, als wäre der Block in einem Hochtemperaturofen gehärtet worden. Hervorgerufen wird die Oberflächenbeschaffenheit durch die spezielle Erosion durch hohe Temperaturen und Wind. Überall bietet der Riesenblock faszinierende Formen und Zeichnungen auf der Oberfläche. Wie diese zustande gekommen sind, ist allerdings noch nicht restlos geklärt (Hallo, Herr von Däniken, wie wär's wieder mal mit Aliens????).

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Faszinierende Oberflächenstrukuren auf dem 'Uluru': ich sehe hier einen anatomischen Querschnitt eines Schädels

Das Fotorgrafieren ist beim Rundgang grundsätzlich erlaubt wobei es aber beschränkte Zonen gibt, in denen das nicht erwünscht ist. Etwas bemühend ist allerdings, dass die Informationen dazu recht verwirrend sind , wovor uns auch Leith von Anfang an gewarnt hat. Als ich dann endlich eine Karte finde, wo die Einschränkungen eingezeichnet sind, bin ich erleichtert. Meine Bilder sind alle ok. Die Karte hindert mich allerdings nicht daran, den Weg etwas zu unterschätzen, weshalb ich bei den letzten bin, die wieder zurück beim Bus sind.

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Vor der letzten Übernachtung unter Sternenhimmel

Eine letzte Übernachtung unter den Sternen (im Swag natürlich). um am nächsten Morgen früh zum Kings Canyon aufzubrechen. Auch hier lohnt es sich, rechtzeitig unterwegs zu sein. Auch jetzt schon ist es ziemlich warm, und ein kleiner, halbstündiger Aufstieg bringt mich doch schon ordentlich ins Schwitzen. Der Lohn ist erst mal die Aussicht.

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Aussichten im Kings Canyon nach dem ersten Aufstieg

Nachher folgen wir den Klippen weiter ins Tal. Wunderbar hier zu wandern, unter stahlblauem Himmel, der Weg gesäumt von rötlichen Felswänden, abgestorbenen Bäumchen, hohem Gras und dem einen oder anderen Blumenpolster.

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Unterwegs im 'Kings Canyon'

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Hält das??? - Ja, paasst

Später steigen wir ab in ein schattiges Tälchen zum "Garten Eden", wo wir ein erfrischendes Bad in einem trüben natürlichen Pool nehmen können.

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Ab ins kühle Nass des 'Garden of Eden' im 'Kings Canyon'

Nachdem wir schon bei ordentlicher Hitze zurück beim Bus sind, steht noch die letzte Etappe nach Alice Springs an. 'Leith' wartet noch mit einem letzten "Schmankerl" auf - wir fahren etwa zwei Stunden über eine ruppige Schotterpiste. Während sich ein paar Tourteilnehmer an den Sitzen festklammern, macht sich bei mir nach dem ersten Hype etwas Müdigkeit bemerkbar, und ich versuche ein Nickerchen.

Dank der Schotterpiste sind wir in Alice Springs gut anderthalb Stunden früher dran als geplant. Wir werden in unseren Bleiben abgesetzt, nur um uns nach kurzen Stunden wieder in einem Hostel für ein billiges Nachtessen zu treffen. Nachher ist eigentlich noch ein Barbesuch geplant, aber nicht alle sind dem Türsteher genehm. Die Alternativparty findet dann auf dem Busparkplatz hinter einem Hostel statt, wo wir grosszügig 'Leith' Biervorräte vernichten und ein bisschen die Hüften schwenken.

Anderntags sehe ich mich noch ein bisschen in Alice Springs um, aber auch dieser Ort haut einen nicht gerade aus den Socken. Nach einem kräftigen Frühstück sehe ich mir das Museum der XXX 'Royal Flying Doctors' an, quasi der Rega der Schweiz, die eine ausreichende medizinische Versorgung in den Weiten des Outbacks zum Hauptziel hat.

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Blick zurück auf Alice Springs

Am nächsten Morgen geht es dann auch schon wieder zum Flughafen. Es wird mein bisher schönster Flug mit faszinierenden Aussichten aufs Outback. Vor der Landung in Sydney überfliegen wir auch noch die Blue Mountains. Schade nur, dass diese Flugzeugfenster immer so milchig sind.

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Faszinierende Muster im Outback

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Überflug der Blue Mountains kurz vor Sydney

In Sydney hole ich dann bei der indischen Botschaft mein Visum ab. Dann habe ich ja alles, ab nach Thailand!

Eingestellt von greoj 16.01.2011 08:35 Archiviert in Australien Kommentare (2)

Australien - Great Ocean Road und Grampians

Da ich mir auch auf meiner Reise nicht wirklich angewöhnt habe, morgens "unnötig früh" aufzustehen, wird es zu knapp. Der Zug nach Melbourne fährt ohne mich. War tatsächlich das allererste Verkehrsmittel, das ich auf der ganzen Reise verpasst habe. Eines zuviel, aber was soll's, weg ist weg. Das Ticket lässt sich glücklicherweise umschreiben, und man reserviert mir einen Platz für den Nachtzug. Praktisch auch, dass man hier das Gepäck wie für einen Flug einchecken kann, so dass ich meine grosse Rückenlast am Gepäckschalter abgeben kann. Die Verspätung hat schliesslich den Nebeneffekt, dass ich wieder einmal einen Abstecher zu einem Coiffeur mache.

Im kleinen Geschäft werde ich von einem Ukrainer bedient. Der Typ macht nicht gerade den Eindruck, als hätte er diesen Job von der Pieke auf gelernt und mäht mit dem Kurzhaarschneider sorglos kreuz und quer auf meinem Schädel herum. Das anfänglich muntere Gespräch mit ihm versuche ich bald auf Sparflamme zu halten, um seine Konzentration nicht unnötig abzulenken. Nichtsdestotrotz stutzt er mein eh karges Haupthaar weiterhin auf unzimperliche Art. "Viel besser als vorher", meint er zum Schluss zufrieden, und ich bin einfach froh, die Behandlung ohne Schaden überstanden zu haben.

Bis anhin habe ich mich meine Fahrten in Australien bis auf den Flughafentransfer ausnahmslos auf Schienen zurückgelegt. Nominell wenigstens. Ich bin dabei nämlich erstaunlich oft Bus gefahren, sei es mit Ersatzbussen für die Metro in Sydney oder auf der Zugfahrt zurück von den Blue Mountains. Die Zugfahrt nach Melbourne macht hier keine Ausnahme, und mitten in der Nacht müssen wir auf den Bus umsteigen. Was soll's, ich komme auch so in der zweitwichtigsten Metropole des Landes an, und auch wenn ich es verpenne, mich beim Umsteigen um mein eingechecktes Gepäck zu kümmern, steht dieses dann bei der Ankunft irgendwo neben den Ersatzbussen und wartet auf seinen Träger.

Eine der einschneidensten Erkenntnisse meiner Australien-Besuchs ist, dass hier die Distanzen riesig sind. Meine einfach konzipierten Routenpläne scheitern immer wieder, wenn ich feststelle, welche enormen Distanzen zurückzulegen sind. Irgendwo zwischen der Ankunft in Sydney und der Rückkehr aus den Blue Mountains finde ich, dass sich Australien einfach noch zu wenig anders an als Neuseeland. Ich muss ins Outback, um meinem Australienbesuch einen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken. Also nichts wie hin nach Alice Springs in der Mitte des Kontinents und von da dann zum Uluru (Ayers Rock), der da auf der Karte grad nebendran liegt. Bis ich dann realisiere, dass es von Alice Springs noch immer satte 500 Kilometer bis zum Uluru sind.

In Melbourne probiere ich vorallem, mein Reisepuzzle richtig zusammen zu setzen, verwerfe meine Pläne mehrmals, wechsle zwischendurch noch das Hotel, um dann weiter zu knobeln. Schliesslich finde ich die Lösung: zwei Touren bei 'Groovy Grapes Getaways', einem Tourveranstalter quasi für Backpacker, mit denen ich in netto 10 Tagen bis ins Zentrum von Australien komme. Preislich scheint das eher günstiger als individuelle Reiserei.

Dass ich am nächsten Morgen wieder mal einigermassen früh aus den Federn muss, da ich am anderen Ende der City abgeholt werden soll, ist nicht weiter schlimm. Als wir alle Gäste aufgelesen haben, stellt sich heraus, dass man hier nicht nur verbreitet Deutsch, sondern auch Schweizerdeutsch spricht. Aber da sich auch noch ein Engländer, eine Irin und eine Holländerin unter den Teilnehmern befinden, kommunizieren wir mehrheitlich in Englisch.

Nach einem Stopp in einer Hochburg der Neoprenanzüge (nur von wirklichem Nutzen, da man sich hier das verpasste Frühstück reinziehen kann) und etwas Dösen befinden wir uns am Anfang der berühmten 'Great Ocean Road'. Diese wurde im frühen zwanzigsten Jahrhundert von der australischen Regierung in Auftrag gegeben, um etwas Vergleichbares zum 'Highway Number One' an der Westküste der USA vorzeigen zu können, und auch um etlichen Kriegsrückkehrern des ersten Weltkriegs einen Job bieten zu können. Heute gilt sie als eine der grossen Autorouten der Welt.

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Unsere Gruppe am Portal der 'Great Ocean Road'
stehend: Gudrun (DE), Caroline (NL), Olaf (DE), Jörg (CH), Debbie (IRL), Kevin (UK), Angelika (CH), Roman (CH)
kniend: Anne (DE), Aline (DE), Uschi (DE), Anna (DE), Maren (DE), Thomas (DE)

Die Fahrt bietet dann, was sie verspricht: wunderbare Blicke auf felsige Küsten, goldgelbe Strände und grünblaues Meer. Ab und zu bekommen wir Auslauf am Strand, und wenn Simon, unser Guide, nicht gerade Einkäufe tätigen muss, dauert es nicht lange, bis er sich in die Fluten stürzt. Meist als Einziger, das Nass ist doch eher kühl.

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An der Great Ocean Road

Gegen Abend erreichen wir die berühmten 'Twelve Apostels'. Diese markant aus den Wellen emporragenden Felsen bestehen aus einem sehr weichen Sandstein, der von den Wellen tagein tagaus angeknabbert wird. Ursprünglich hiessen sie so in etwa "die Sau und die 18 Ferkel". Um sie touristisch besser portieren zu können, suchte man nach einem etwas gewichtiger klingenden Namen. Schliesslich wurde man in der Bibel fündig. Bevor man das Ganze aber so richtig promotet hatte, waren es schon nur noch 9 Apostel, und mittlerweile ist ein weiterer der unermüdlichen See zum Opfer gefallen. 8 kleine Apostel, die standen in Reih und Glied... Wer sich diese Szenerie zu Gemüte führen will, sollte sich beeilen.

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'Zwölf Apostel" bei Normallicht

Nachdem wir das Ganze begutachtet haben, machen wir uns auf zu unserer Unterkunft. Simon grillt bergeweise Würste und Hühnerfleischspiesschen. Kaum beginnen wir uns die Bäuche voll zu schlagen, bläst er wieder zum Aufbruch. Der Sonnenuntergang verspricht photogen zu werden, und so kehren wir zurück zu den Sandsteinmännchen, was auch mit schnell gefüllten Magen niemand so richtig bereuen wird.

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'Zwölf Apostel' mit abendlichem Weichzeichner

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Sonnenuntergang an der 'Great Ocean Road'

Am nächsten Tag geht es weiter mit Felsen, Sand und Meer. Das Mittagessen nehmen wir in einem Krater in der Nähe der Küste ein, wo es in den Bäumen Koalas und im Gras Emus gibt. Dann geht es ins Landesinnere. Als wir am späten Nachmittag in Halls Gap in den 'Grampians' ankommen, wollen wir eigentlich eine Wanderung in Angriff nehmen, aber nicht nur sind wir zu spät dran (ooooh, unser Guide Simon musste sich schon die ganze Tour darüber ärgern, dass immer jemand anders zu spät erschien, eieiei), auch naht ein Gewitter. Wir trösten uns mit dem Besuch eines Cafés (ratet mal, was ich da bestellt habe...). Simon - abgesehen vom Thema Verspätungen eine Frohnatur - kündigt an, dass wir um 5 Uhr aufstehen werden, um die Wanderung am Morgen zu machen. Kein Aufstand, wir essen gemütlich und nachher gönnt man sich noch ein Bier oder so (bei unserer irischen Delegation hat "oder so" eine ziemlich ausgedehnte Bedeutung), und am nächsten Tag wird klaglos aufgestanden.

Die Wanderung führt durch abenteuerliche Karstformationen, den australischen 'Grand Canyon' (schön, aber wesentlich kleiner als der in den USA) und weiter auf eine Krete mit spektakulärem Aussichtspunkt ins Umland. Pech auch, dasss ich nicht jodeln kann. Und den Text von "Lueget vo Bärge n is Tal" kann ich leider auch nur so weit, wie der Titel reicht Titel. Falls mal jemand Lust hat, mir den zu schicken, dann werde ich das Lied vielleicht noch mal in der Ferne von einem Berg schmettern.

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Aussichten bei Halls Gap in den Grampians

Auch wieder mal ein netter Wasserfall gehört hier zum Pflichtprogramm.

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McKenzie Falls in den Grampians

Dann machen wir Bekanntschaft mit den Weiten Australiens. Von Adelaide trennen uns noch 300 Kilometer, und diese müsse nun noch abgefahren werden. Nach den topografisch ansprechenden 'Grampians' ist es nun im wesentlichen flach - Zeit für ein ausgedehntes Nickerchen. Und dann treffen wir in Adelaide ein. Nach und nach werden die Tourteilnehmer verabschiedet und ausgeladen, bis zum Schluss auch noch ich drankomme. Adelaide gilt jetzt nicht gerade als die touristische Hochburg, aber derzeit herrscht hier der Ausnahmezustand. Neuseeland spielt Cricket gegen England. Die Begeisterung für dieses Spiel ist für die meisten Nationen nicht nachzuvollziehen. Es gibt Fernsehübertragungen davon, bei welchen man vom Einnicken immer wieder erwacht, wenn Werbung geschaltet wird. Die traditionellen "Testmatches", ein Duell zweier Länderteams, erstrecken sich über 5 Tage. Und zwischen Australien und England findet derzeit eine Serie von 5 dieser Testmatches statt, die in verschiedenen Städten Australiens ausgetragen werden. Tja, und eben jetzt in Adelaide. Alle Hostels sind voll, vornehmlich von englischen Fans belegt, und wenn, dann gibt es nur Plätze in grossen Dorms in deutlich zweitklassigen Schuppen. Eine Schweizerin an der Rezeption eines wahrscheinlich guten 'Backpackers' meint, ich wäre wirklich in einer verzweifelten Lage. Aber auch ich finde zum Schluss ein Plätzchen, zwar nur für eine Nacht, aber das kenne ich ja schon von Melbourne.

Eingestellt von greoj 07.01.2011 17:26 Archiviert in Australien Tagged great_ocean_road twelve_apostels Kommentare (0)

Australien: Sydney und die Blue Mountains

Von der schönen Oper und den 3 Schwestern


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In Sydney verbringe ich meine ersten australischen Nächte in einem "Backpackers" im Stadtteil 'Kings Cross', welcher in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt liegt. Inbegriffen im Preis ist der Transfer vom Flughafen. Ich soll ein Pärchen suchen, dass da auf denselben Shuttle wartet. Beim Pärchen handelt es sich um junge Schweizer, die nach 26-stündiger Reise nun schon fast zwei Stunden gewartet haben und nichts mehr als Schlaf brauchen. Auch ich fühle mich nach 3 Stunden Flug und etwa 10 Minuten etwas abgespannt... Im nahen Einkaufszentrum besorge ich etwas Bier als Schlummertrunk, dazu leider auch zwei Packungen Pommes Chips, welche sich als unwiderstehlich herausstellen, so dass die erste Packung schnell weggeputzt ist.

Am nächsten Morgen mache ich mich bei Sonnenschein zu Fuss auf ins Stadtzentrum. Schon nach wenigen Metern sehe ich die Spitzen der berühmten Dächer, und nach etwa vierzig Minuten dann die ganze Pracht: das berühmte Opernhaus von Sydney, vor dem Hintergrund der 'Harbour Bridge'.

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Opernhaus und Harbour Bridge

Natürlich begutachte ich diese Ikone moderner Architektur auch aus der Nàhe. Abgesehen von der kunstvollen Bauweise kann man hier auch den Blick in die City bewundern.

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Skyline von Sydney vom Opernhaus gesehen

Die Innenstadt ist piekfein und geschäftig: zwischen gestylten Hochhäusern und einigen viktorianischen Altbauten trifft man viele 'White Collars', die sich zwischen zwei Meetings einen Kaffee über die Gasse ergattern. Von australischer Lässigkeit ist wenig zu spüren. Nachdem ich mir im Hafen einen Bagel gegönnt habe, gehe ich zurück in die Oper, eigentlich, um eine Führung zu buchen. Stattdessen sehe ich, dass am selben Abend eine Mahler Sinfonie gespielt wird. Ich frage die Kassiererin noch, ob ich auch mit meinen Reiseklamotten ins Konzert gehen könne. 'Kein Problem', meint sie, hier gehe niemand gestylt ins Konzert.

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Alt und Neu in der Innenstadt von Sydney

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'Victoria Building' - gediegenes Warenhaus im viktorianischen Stil (sic!)

Bei den am Abend zur Mehrheit erscheinenden 'Niemands', die doch sehr adrett angezogen erscheinen, dürfte es sich zu einem guten Teil um Touristen handeln. Mich hat natürlich auch Wunder genommen, wie die zwei segelförmigen Dächer zum Raumprogramm einer Oper passen. Es stellt sich heraus, dass das westliche Dach vom Konzertsaal voll ausgefüllt wird. Nach dem Muster der Philharmonie in Berlin sitzen die Zuschauer ums Orchester herum.

Was könnte mir die wunderbaren akustischen Möglichkeiten eines Orchesters besser wieder in Erinneung rufen als eine Mahler-Sinfonie. Gespielt wird die Vierte, welche ich noch nicht kannte. Weniger tief als Mahlers Sechste, die bislang mein -Favorit ist, besticht sie durch üppig-satte Passagen und gelungene Klangfarben. Dass vorher noch das Klarinettenkonzert von Mozart gegeben wird, sei auch noch vermerkt. Gespielt von Dimitri Ashkenazy, während sein Vater das ganze Konzert dirigiert. Es wäre fast eine meiner Lieblingsinterpretationen geworden, mit wunderschön weichen Klängen und feinen Pianissimo-Passagen, aber leider erlaubt sich der Solist auch einige kleine 'Umkompositionen'. Aaah.... Beim Mozart-Klarinettenkonzert bleibe ich als Klarinettist Purist.

Voller Klänge im Kopf verlasse ich den Saal, da berauschen mich hintern den grossen Fenstern des Foyers die nächtlichen Blicke auf die Harbour Bridge und die Innenstadt, als wäre es ein Aussenpanorama, das zum Vergügen des Konzertbesuchers hingebaut worden wäre. Wundervoll! Das Konzert wird zu meinem absoluten Highlight in Sydney.

Am nächsten Morgen setze ich die Jogging-Serie an berühmten Stätten fort, nach Central Park in New York, National Mall in Washington, Hollywood (naja, ein Friedhof, aber was soll's) nun also die Oper von Sydney. Am Nachmittag fahre ich zu einer Dienststelle des indischen Konsulats und werde da meinen Pass los: das Visum ist hier offenbar nicht an einem Tag zu erhalten. Da ich in Australien keine Postadresse angeben kann, bedeutet das, dass ich wieder nach Sydney zurückkommen muss.

Am nächsten Tag mache ich mich per Zug auf in die etwa 60 Kilometer westlich von Sydney gelegenen Blue Mountains auf. Ich steige in Katoomba aus, 'good old Katoomba' gemäss Lonely Planet. Tatsächlich sieht hier alles etwas ältlich aus, ohne die modernen Autos würde man sich hier tatsächlich eher in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts wähnen.

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"Good old Katoomba"

Zum Abendessen gibt es in einem typischen Saloon ein akzeptables Steak und ein lasches, überkohlensäuertes Bier, welches mir vom Barkeeper empfohlen wird. Offenbar wartet man hier auch auf die Darbietung einer lokalen Band, aber irgendwie kann ich mich nicht dazu durchringen, noch eine weitere Stunde auf 'Aussie Country Style' zu warten. Bald bin ich zurück in meinem kleinen und einfachen Hotelzimmer. Ich schaue mich um und stelle fest, dass es irgendwie genau das ist, was ich auf meiner Reise möchte: kein grosser Luxus, zweckmässig und doch ein bisschen gemütlich. Gute Nacht!

Auch am nächsten Morgen kann ich mir ein üppiges australisches Frühstück mit Würsten, Speck, Schinken, Eiern und Toast nicht verkneifen. Aber nachher wandere ich erst mal etwas mehr als einen Kilometer zum Südrand der Kleinstadt, um einen Blick auf die berühmten 'Three Sisters' zu werfen, welche wohl widerspruchsfrei als Wahrzeichen der 'Blue Mountains' bezeichnet werden können.

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Die 'Three Sisters' bei Katoomba

Aber noch besser als nur einfach von der Aussichtplattform auf die nett geformten Felsen zu glotzen gefällt mir der Abstieg an deren Flanke in die weiten bewaldeten Niederungen.

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Blick in die Blue Mountains von den 'Three Sisters'

Der Weg ist über weite Strecken sehr gut befestigt. Nur einmal wird es arg ruppig, als die Gesteinsmassen eines Bergsturzes überquert werden müssen. Dieser hat sich in den Dreissigerjahren ereignet, verursacht durch zu intensiven Bergbau in den Flanken der Blue Mountains. Mein Ziel ist das 'Ruined Castle', eine völlig natürlich entstandene Stätte von übereinandergetürmten Felsen, die aber in der Tat etwas an eine alte Burg erinnern.

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Blick vom 'Ruined Castle'zurück auf das Hochplateau bei Katoomba

An diesem Abend gönne ich mir wieder einmal etwas "normale" Zivilisation und ziehe mir den neusten "Harry Potter" im monströsen örtlichen Panoramakino rein. Auch das kein Film, den man unbedingt gesehen haben muss, aber ich hoffe, das eigentliche Finale bietet dann einen würdigen Schlusspunkt zur teilweise doch gelungenen Filmserie.

Am nächsten Tag fahre ich mit dem Zug ein paar Kilometer ostwärts und gelange dann unweit der Bahnstation auf einen Wanderweg, der mich durch ein liebliches Tal führt.

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Liebliches Bächlein auf dem Weg zu den 'Wentworth Falls'

Etwas weiter gegen Süden hat sich das so unscheinbare Bächlein schon etliche Meter in die Hochebene gegraben, dann stürzt sich das Wasser mehrere Meter über eine Steinstufe. Und schliesslich stürzt das Bachbett scheinbar ins Nichts ab und der Blick öffnet sich in das weite 'Jamison Valley'. Ein spektakulärer Weg führt dann durch senkrechte Felsen hinab in die Tiefe, von wo man dann die ins Nichts spritzende Gischt bestaunen kann. Ein echter Knaller diese 'Wentworth Falls', besonders natürlich bei diesem wunderbaren Wetter.

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Wentworth Falls in den Blue Mountains

Am folgenden Tag ist Sonntag, und ich nehme es gemütlich, gönne mir ein weiteres üppiges Frühstück (siehe oben), natürlich mit Kaffe Latte (siehe auch die Berichte zu Neuseeland) und schlendere gelegentlich Richtung Bahnstation, um den Zug zurück nach Sydney zu nehmen. Dass es in Strömen zu regnen beginnt, stört mich erst dann, als ich zurück in der Grossstadt nach einer Bleibe suche. Beim zweiten Anlauf werde ich in der 'Central YHA' fündig, welche den Charme eines Spitals versprüht, aber tadellos sauber und zudem nahe am Bahnhof gelegen ist. Am nächsten Morgen früh soll es dann Richtung Melbourne gehen.

Eingestellt von greoj 07.01.2011 04:10 Archiviert in Australien Tagged sydney katoomba blue_mountains three_sisters wentworth_falls Kommentare (1)

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